Zahl der Bafög-Empfänger in Deutschland erneut gesunken

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Antrag auf Ausbildungsförderun

Die Zahl der Bafög-Empfänger ist im vergangenen Jahr erneut gesunken. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte, erhielten 823.000 Schüler und Studenten finanzielle Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Das waren demnach 47.000 oder 5,5 Prozent weniger als im Vorjahr 2015.

2015 war die Zahl der Bafög-Empfänger bereits um 5,9 Prozent gesunken. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) forderte angesichts der Entwicklung eine regelmäßige Erhöhung der Leistungen. Es müsse "dringend nachgesteuert werden", erklärte dessen Generalsekretär Achim Meyer. Außerdem müsse stärker für die Vorzüge des Bafög geworben werden.

Unter den Geförderten waren laut Statistischem Bundesamt 2016 rund 239.000 Schüler und 584.000 Studierende. Im Durchschnitt erhielten Schüler monatlich 435 Euro und Studierende 464 Euro. Knapp die Hälfte der Empfänger (48 Prozent) bekam den maximalen Förderbetrag. Die Höhe ist abhängig von der Ausbildungsstätte und davon, ob die Empfänger bei den Eltern oder auswärts wohnen.

Im vergangenen Jahr lagen die gesamten Ausgaben des Bundes für Bafög-Leistungen bei rund 2,9 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Ausgaben für die Bafög-Leistungen um rund 102 Millionen Euro oder 3,4 Prozent zurück. 2015 hatte der Bund die volle Finanzierung der Bafög-Leistungen übernommen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) übte scharfe Kritik an der Bildungspolitik der Bundesregierung. "Anstatt die soziale Durchlässigkeit des Bildungssystems zu fördern, wird die soziale Spaltung zementiert", erklärte die stellvertretende Vorsitzende Elke Hannack. Das Bafög müsse "schnellstens erhöht werden, und zwar alle Fördersätze zum 6,5 Prozent". Nur so lasse sich die Erosion der Ausbildungsförderung stoppen.

Hannack verwies darauf, dass die Gefördertenquote bei den Studierenden bereits 2015 von 19 auf 15 Prozent eingebrochen sei. Bei den Schülerinnen und Schülern seien 2015 nur 1,5 Prozent gefördert worden. "Jetzt sinken die Zahlen noch weiter", kritisierte die DGB-Vizevorsitzende. Gerade für junge Menschen aus einkommensschwachen Familien sei das Bafög unverzichtbar, betonte Hannack.