Zu wenig Zuschauer: Rallye Australien unter Druck

Teams und FIA sind mit der Rallye Australien nicht ganz glücklich


Beim Finale der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in Coffs Harbour blieb der große Zuschauerstrom aus. Deshalb drängen der WRC-Promoter und auch die Teams auf einen neuen Austragungsort innerhalb Australiens. Außerdem könnte das Land den Finalplatz im WRC-Kalender verlieren.

Hyundai-Teamchef Alain Penasse sagt gegenüber 'Motorsport-Total.com': "Es kamen zwar einige Menschen in den Servicepark, aber wir haben noch lange nicht die nötige Anzahl erreicht." Vor 20 Jahren sei die Rallye Australien noch die beste Veranstaltung der Welt gewesen, so der Teamchef. Ex-Rallyedirektor Garry Connelly habe Perth viele Innovationen gebracht.

Daher fragt sich Penasse, warum die WRC nicht wieder nach Perth zurückkehren könne. Immerhin leben in der Stadt, die näher an Europa liegt als Coffs Harbour, rund 1,5 Millionen Menschen. "Ich weiß nicht wie viele Einwohner Coffs Harbour hat, aber es sind nicht viele", erklärt der Teamchef.

Rückkehr nach Perth für Veranstalter keine Option

Ben Rainsford, einer der Verantwortlichen der Rallye Australien, sagt, dass eine Rückkehr nach Perth nur schwierig zu bewerkstelligen wäre. Ein Problem seien die Routen, die voraussichtlich weit vom Stadtkern entfernt liegen würden. Daher würden man jetzt alle Optionen analysieren, um eine optimale Entscheidung treffen zu können.

"Wir haben einen Deal für das kommende Jahr auf dem Tisch legen", stellt Rainsford klar. "Was passieren wird, hängt aber von der Finanzierung durch die Regierung in New South Wales ab."

WRC-Promoter Oliver Ciesla sagt, er hätte nichts gegen Coffs Harbour und dessen rund 70.000 Einwohner. Trotzdem wünsche er sich eine größere Zuschauerzahl rund um die Rallye Australien.

FIA möchte Saisonfinale in Europa

"Australien ist für die WRC sehr wichtig", erklärt der Promoter. Vor allem die Organisatoren würden dort einen guten Job machen. Außerdem würde die WRC so auf einem weiteren Kontinent vertreten sein. "Coffs hat alles, was für den Sport wichtig ist", so Ciesla. "Wir bekommen auch ein gutes Feedback für die Veranstaltung. Es ist aber kein Geheimnis, dass wir gerne mehr Menschen anziehen wollen." Die Zuschauerzahl in Coffs Harbour sei daher der entscheidende Faktor.

Jarmo Mahonen, der Rallyedirektor des Automobil-Weltverbandes (FIA), hat hingegen wenig für den Austragungsort übrig: "Das Gute ist, dass die Veranstaltung sehr sicher ist, weil keine Zuschauer da sind. Ich bin dagegen, dort das Finale auszutragen." Die Organisatoren rund um die Rallye Australien würden in den sozialen Medien einen guten Job machen. Das ist laut Mahonen aber zu wenig. "Wir müssen ehrlich sein: Unser Sport hat seine Basis in Europa und deshalb muss das Finale auch in dieser Zeitzone ausgetragen werden."

© Motorsport-Total.com