Wenig Hoffnung für Anleihegläubiger

Die Anleihegläubiger von Air Berlin müssen einen Großteil ihrer Forderungen abschreiben. Momentan sei mit einer Quotenzahlung von "ein Prozent oder auch darunter zu rechnen", sagte der Generalbevollmächtigte.


Die Anleihegläubiger von Air Berlin müssen einen Großteil ihrer Forderungen abschreiben, berichtet die WirtschaftsWoche. Momentan sei mit einer Quotenzahlung von "ein Prozent oder auch darunter zu rechnen", sagte Frank Kebekus, der Generalbevollmächtigte der Airline bei der heutigen Versammlung der Anleihegläubiger in Berlin. Er bezifferte die Forderungen gegenüber der Air Berlin plc auf insgesamt 2,1 bis 2,2 Milliarden Euro. Demgegenüber verfüge die Gesellschaft nur über zwei zentrale Vermögenswerte. Zum einen würden der Gesellschaft durch den Verkauf der Beteiligung Luftfahrtgesellschaft Walther (LGW) rund 25 Millionen Euro zufließen. Dieser Betrag könne aber noch sinken. Zum anderen würden "mögliche Ansprüche gegen Etihad" bestehen, sagte Insolvenzsachwalter Lucas Flöther bei der Gläubigerversammlung. "Mit Etihad wurden Verhandlungen dazu aufgenommen", sagte Kebekus, auch Gutachter seien beauftragt worden. Im Rahmen eines Vergleichs mit Etihad seien 15 bis 18 Millionen Euro realistisch, erwartet Insolvenzexperte Flöther. Anfechtungen könnten im Zweifel aber in einen jahrelangen Rechtsstreit münden.

Sachwalter prüft Ansprüche gegen Etihad

Hintergrund der möglichen Ansprüche sind finanzielle Verflechtungen zwischen Air Berlin und Etihad. So hatte Etihad dem Berliner Unternehmen noch wenige Monate vor der Insolvenz finanzielle Unterstützung zugesichert, damit die Gesellschaft ihren Verpflichtungen nachkommen könne. Die Wirtschaftsprüfer erteilten Air Berlins Konzernabschluss daraufhin ihre Zustimmung. "Wir prüfen Ansprüche gegen Etihad", sagte Flöther in Berlin. Alternativ kommen dem Vernehmen nach auch Ansprüche gegen die Wirtschaftsprüfer in Betracht.