Weltwirtschaftsforum: Weibliche Führungskräfte

Seit 1971 besteht das Weltwirtschaftsforum beziehungsweise seine Vorgängerorganisation - dass diesmal ausschließlich Frauen den Co-Vorsitz beim Jahrestreffen in Davos innehaben, gab es noch nie.

„Ich freue mich sehr für die Frauen, die in diesem Jahr die Leitung übernommen haben. Und ich hoffe, dass das erst der Anfang ist, dass es mehr Frauen in den Konferenzen und in Führungspositionen sowie gleiche Bezahlung geben wird", sagt Jennifer Morgan, Direktorin der Umweltschutzgruppe Greenpeace.

„Wir müssen sicherstellen, dass Frauen zu Wort kommen, sie gehört werden und dieselben Rechte haben. Dass sie in gleichem Maße in der Arbeitswelt vertreten sind und dass Gewalt gegen Frauen aus der Welt geschafft wird", meint die Gewerkschaftlerin Sharan Burrow.

Nur rund 21 Prozent der Teilnehmer am Weltwirtschaftsforum in Davos sind weiblich: Ausdruck der Männerdomäne Wirtschaft. Die ugandische Frauenrechtlerin und Ingenieurin Winnie Byanyima meint: „Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und wirtschaftliche Ungleichheit hängen zusammen und müssen gemeinsam angegangen werden. In unserem Bericht zeigen wir, dass die Mehrheit der Menschen, die in der Armut feststecken, die schlechtesten Arbeitsbedingungen und den geringsten Lohn haben, Frauen sind."

In einem Bericht, den das Weltwirtschaftsforum im November herausbrachte, wird in theoretischer Rechnung davon ausgegangen, dass es noch 217 Jahre brauchen wird, um in der Wirtschaftswelt den Unterschied zwischen Frau und Mann zu beseitigen.