Weltwirtschaftsforum warnt vor globaler Talentkrise

dpa-AFX

GENF (dpa-AFX) - Viele Staaten versagen einer Studie zufolge bei der Vorbereitung ihrer Bürger für den Arbeitsmarkt. Deutschland belegt bei der Talentförderung Platz 6 unter 130 untersuchten Ländern, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten "Human Capital Report 2017" des Weltwirtschaftsforums hervorgeht. Angeführt wird die Liste von Norwegen, Finnland, der Schweiz und den USA.

Global gesehen würden nur 62 Prozent des "Humankapitals" voll ausgeschöpft. Gründe seien ineffiziente Vermittlung von Kenntnissen, die Vernachlässigung zukunftsorientierter Fähigkeiten und das Fehlen von Weiterbildungsangeboten für Beschäftigte. Investitionen in die Bildung führten zu selten zu hoch qualifizierten, gut bezahlten Arbeitnehmern. Dies verschärfe die Einkommensungleichheit, hieß es.

Laut der Studie haben nur 25 Länder im sogenannten Human Capital Index eine Entwicklungsquote von 70 Prozent oder darüber, in den meisten liegt sie zwischen 50 und 70 Prozent. 14 Länder blieben noch unterhalb der 50-Prozent-Marke. "Die vierte Industrielle Revolution verändert nicht nur die Arbeitswelt, sie erzeugt auch enormen Bedarf an neuen Fähigkeiten. Damit steht uns eine globale Talentkrise ins Haus", warnte Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums.