Weltweit rund 60.000 manipulierte Porsche-Diesel zurückgerufen

Wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen ruft das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zwei Porsche-Dieselmodelle zurück

Wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen ruft das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) rund 60.000 Fahrzeuge zweier Porsche-Dieselmodelle zurück. In den Fahrzeugen der Modelle Macan und Cayenne seien Abschalteinrichtungen festgestellt worden, "die unzulässig sind", sagte ein KBA-Sprecher am Freitag der Nachrichtenagentur AFP und bestätigte damit einen Bericht des "Spiegels" und des Bayerischen Rundfunks. Porsche erklärte, das Unternehmen habe schon im März darauf hingewiesen, wegen der beiden Modelle in Kontakt mit dem KBA zu sein.

Aufgrund der unzulässigen Abschalteinrichtungen könne es "im Betrieb der Fahrzeuge zu erhöhten Stickoxid-Emissionen kommen", zitierte der "Spiegel" einen Sprecher des Bundesverkehrsministeriums. Betroffen sind konkret die Modelle Macan 3,0 Liter und Cayenne 4,2 Liter. Dem KBA sowie Porsche zufolge gibt es in Deutschland Rückrufmaßnahmen für 15.000 Macan-Fahrzeuge und 4000 vom Typ Cayenne.

Weltweit sind demnach rund 60.000 manipulierte Porsche-Fahrzeuge von dem Rückruf betroffen, davon 53.000 Macan der Baujahre 2014 bis 2018 und knapp 6800 Cayenne der Jahre 2016 und 2017. Beim Macan fanden KBA-Prüfer dem "Spiegel" zufolge gleich fünf illegale Abschalteinrichtungen, die bewirken, dass die Abgasreinigung nur im Labor voll funktioniert. Auf der Straße sei dies hingegen nicht der Fall gewesen.

Porsche bestätigte, vom KBA in den vergangenen Tagen Bescheide über den Rückruf der Fahrzeuge erhalten zu haben. Demnach stand das Unternehmen in den vergangenen Monaten "in Abstimmungen mit dem KBA". Porsche entwickle und produziere selbst keine Dieselmotoren, übernehme als Hersteller aber "die volle Verantwortung gegenüber den Kunden". Betroffene Autofahrer würden direkt kontaktiert, der kurze Werkstattbesuch sei kostenlos.

Beide Modelle haben die Schadstoffklasse Euro 6. Umweltschützer und Parteien fordern immer wieder, dass diese sowie auch Euro-5-Diesel nachgerüstet werden - von Konzernen werden sie hingegen beworben, indem Kunden etwa Prämien erhalten, wenn sie ihre alten Diesel in Wagen der Schadstoffklasse 6 umtauschen.