Deutschland bei WM früh raus? Das sagt Gensheimer

SID
·Lesedauer: 2 Min.

Für den dänischen Weltmeister-Trainer Nikolaj Jacobsen zählt die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der WM in Ägypten (13. bis 31. Januar) nicht zu den Medaillenkandidaten.

"Für sie ist nach den ganzen Absagen wohl das Viertelfinale das Maximum", sagte Jacobsen dem Mannheimer Morgen: "Den Mittelblock mit Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek können die Deutschen nicht ersetzen, dann fehlt auch noch Finn Lemke als Alternative."

Der deutsche Topstar und Kapitän Uwe Gensheimer gab sich kämpferisch, als er von SPORT1 auf diese Aussage angesprochen wurde.

"Wenn man die Kaderzusammenstellung sieht, ist das wahrscheinlich auf dem Papier auch so, wie er es gesagt hat", meinte der 34-Jährige von den Rhein-Neckar Löwen: "Aber trotzdem können in so einem Turnier viele Dinge passieren. Wir hoffen, dass wir uns als Mannschaft so schnell wie möglich finden. Was andere Trainer im Vorfeld über uns sagen, ist eigentlich gar nicht so wichtig für uns." (SERVICE: Der Spielplan der Handball-WM)

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Deutschland ohne viele Stars zur WM

Das von Jacobsen genannte Trio verzichtet aufgrund der Corona-Pandemie freiwillig auf den Saisonhöhepunkt in Nordafrika, auch Steffen Weinhold sagte Bundestrainer Alfred Gislason ab.

Hinzu kommen weitere verletzungsbedingte Ausfälle wie die von Jannik Kohlbacher, einem weiteren Innenblockspieler, Franz Semper oder Tim Suton. (SERVICE: Gruppen und Tabellen der Handball-WM)

Bei den Dänen verzichtet hingegen (noch) kein Spieler freiwillig auf das in Deutschland kontrovers diskutierte Turnier.

"Eine Diskussion über eine Absage oder einen Boykott der WM gab es bei uns nicht", behauptete der 49-Jährige. Allerdings gab der dänische Topstar Mikkel Hansen zu, dass er über einen Verzicht nachdenke und damit nicht allein stehe.

Dänen-Star Hansen denkt über Boykott nach

Allerdings gab der dänische Topstar Mikkel Hansen zu, dass er über einen Verzicht nachdenke und damit nicht allein stehe.

"Grundsätzlich verstehe ich die Unsicherheit und Zweifel jedes Einzelnen", sagte Jacobsen, "ich glaube aber auch: Der Schutz vor Corona ist in einer geschlossenen Blase bei einer WM leichter zu gewährleisten als im normalen Liga-Spielbetrieb." Der Coach hatte die Rhein-Neckar Löwen in der Bundesliga zu ihren zwei deutschen Meisterschaften geführt.