Weltgesundheitsorganisation ernennt Mugabe doch nicht zum Botschafter

Simbabwes Präsident Mugabe

Die Weltgesundheitsorganisation ernennt Simbabwes Präsident Robert Mugabe doch nicht zum Botschafter des guten Willens, nachdem die Ankündigung weltweit massive Kritik ausgelöst hatte. Der Chef der UN-Organisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, teilte am Sonntag mit, er habe sich nach Tagen des Nachdenkens doch dagegen entschieden. Er habe mit der Regierung im simbabwischen Harare gesprochen sowie den Kritikern aufmerksam zugehört.

Wenige Tage zuvor hatte Tedros das im südlichen Afrika gelegene Simbabwe für vorbildliche Bemühungen in der Gesundheitspolitik gepriesen und angekündigt, Mugabe zum Botschafter des guten Willens für nicht-übertragbare Krankheiten ernennen zu wollen.

Weltweit kritisierten Politiker, Aktivisten und Experten die Entscheidung, insbesondere wegen der mangelhaften Gesundheitsversorgung in dem autoritär regierten Staat. In vielen Krankenhäusern fehlen Medikamente und Geräte, Ärzte und Krankenschwestern erhalten häufig kein Gehalt.

Kanada hatte die Ernennung wie auch andere wichtige Geldgeberländer der WHO "inakzeptabel" genannt. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hatte angegeben, die Nachricht zunächst für einen "Aprilscherz" gehalten zu haben.

Kritiker merkten außerdem an, dass der 93 Jahre alte Mugabe selbst zu medizinischen Behandlungen das Land verlässt. Das von Mugabe seit 37 Jahren regierte Simbabwe leidet seit Beginn des Jahrtausends unter einer schweren Wirtschaftskrise. Der ehemalige äthiopische Gesundheits- und Außenminister Tedros ist seit Juli auf dem Posten des Generaldirektors der WHO und der erste Afrikaner in diesem Amt.