Weltgeschehen: Worüber diese Woche kaum berichtet wurde

In den USA wurde eine neue Krebstherapie freigegeben. (Bild: ddp Images)

Eine neue Therapiemöglichkeit für Krebspatienten, eine drohende Malariaepidemie und drastische Folgen des Klimawandels: Über diese fünf internationalen Geschehnisse wurde in dieser Woche kaum berichtet.

Durchbruch in der Krebsforschung: Neue Therapie in den USA anerkannt

Neue Hoffnung für Leukämiepatienten: In den Vereinigten Staaten wurde eine neue Krebstherapie anerkannt, die mit dem eigenen Immunsystem des Patienten arbeitet. Es ist das erste Mal, dass eine genverändernde Therapie freigegeben wurde. „Mit der Möglichkeit, die körpereigenen Zellen eines Patienten zu reprogrammieren, um eine tödliche Art von Krebs zu bekämpfen, stoßen wir zu einer neuen Grenze in der medizinischen Innovation vor“, erklärte FDA-Kommissar Scott Gottlieb in einer Pressemitteilung. Die nationale Arzneimittelbehörde FDA nannte die Genehmigung der Behandlung mit dem Namen Kymriah „historisch“. Die Zulassung wurde für die Behandlung von Patienten mit Akuter Lymphatischer Leukämie im Alter bis zu 25 Jahren erteilt. Das Patent für Kymriah hat der Schweizer Pharmakonzern Novartis inne. Der Antrag für eine EU-Zulassung läuft bereits.

Kaffeeindustrie in Äthiopien von Klimawandel gebeutelt

Rund 15 Millionen Kaffeebauer verdienen ihren Lebensunterhalt mit den kleinen Bohnen, die einen Großteil von uns morgens wach machen. Was kaum jemand weiß: Viele von ihnen kämpfen um ihre Existenz. Der Klimawandel beeinflusst die Ernte mehr und mehr. „Der Kaffeeertrag schwankt, vor allem, wenn die Sonne während der trockenen Phase, die uns in den letzten Jahren immer mehr plagt, so stark scheint“, erklärte Farmer Kebede Garmamu gegenüber „Al Jazeera“. Kaffeepflanzen brauchen idealerweise eine milde Temperatur zwischen 15 bis 26 Grad, um ideal wachsen zu können. „Eine aktuelle Studie besagt, dass bis zu 60 Prozent der Gebiete, in denen in Äthiopien bisher Kaffee angebaut wird, bis zum Ende des Jahrhunderts aufgrund des Klimawandels nicht mehr nutzbar sein werden“, heißt es in dem Bericht von „AJ“.

In Luxemburg wurden 3,8 Millionen Bienen gestohlen. (Bild: AP Photo)

Kurioser Raub: 3,8 Millionen Bienen gestohlen

Ein Verbrechen sorgte in Luxemburg für Aufsehen: Rund 3,8 Millionen Bienen wurden einem Imker in der südlichen Region Esch an der Alzette gestohlen. Insgesamt 47 Bienenstöcke mitsamt der Honigbienen wurden entwendet. Tatsächlich kommt es regelmäßig vor, dass die wertvollen Tiere gestohlen werden, einen Fall in diesem Ausmaß habe es in Luxemburg bislang allerdings noch nie gegeben. Der Schaden wird auf circa 50.000 Euro geschätzt. „Das müssen Leute gewesen sein, die sich ausgekannt haben”, erklärte ein Polizeisprecher laut „dpa“.
Malaria in Venezuela wieder auf dem Vormarsch

Gewalt gegen Demonstranten, Menschenrechtsverletzungen, der Umbau des Staates zu einer Diktatur unter Präsident Nicolás Maduro: In den letzten Wochen überschlugen sich die Schlagzeilen über Venezuela. Doch was im Ausland kaum jemand über das krisengebeutelte Land erfahren hat: Malaria breitet sich dort mehr und mehr aus. Die wassergefüllten Gruben der illegalen Dschungel-Minen sind die ideale Brutstätte für die Anopheles-Mücke, die die Krankheit überträgt. Die Goldsucher kehren in die Städte zurück und stecken ihre Mitmenschen an. Laut einer Reportage der „New York Times“ wolle die Regierung die Malaria-Epidemie und die daraus resultierende Gesundheitskrise vertuschen. Lediglich interne Erhebungen von Medizinern besagen, dass die Zahl der Malariafälle im ersten Halbjahr um 72 Prozent auf insgesamt 125.000 gestiegen sei. Traurige Ironie: 1961 war Venezuela laut Weltgesundheitsorganisation weltweit das erste Land, das die Tropenkrankheit vollständig besiegt hatte.

Spektakulärer Unterwasserfund: Römische Ruinen in Tunesien gefunden

Es ist der wichtigste Fund der Woche für internationalen Archäologen: Teile einer alten römischen Stadt wurden am Meeresgrund vor Tunesien gefunden. Die Wissenschaftler schließen aus den Funden, dass die einstige Handelsmetropole Neapolis im vierten Jahrhundert von einem schweren Tsunami heimgesucht und zu großen Teilen zerstört wurde. „Es ist eine sehr wichtige Entdeckung“, freute sich Mounir Fantar, der Leiter des tunesisch-italienischen Archäologen-Teams gegenüber der Nachrichtenagentur „AFP“. Man fand ganze Straßen, Denkmäler und rund 100 große Fässer, in denen „Garum“, eine römische Würzsoße aus fermentiertem Fisch, hergestellt wurde. „Diese Entdeckung erlaubt es uns, mit Sicherheit annehmen zu können, dass Neapolis ein wichtiges Zentrum für die Herstellung von Garum und Salzfisch war, vielleicht das größte Zentrum im antiken Rom“, so Fantar.