Weltgeschehen: Worüber diese Woche kaum berichtet wurde

Wassermangel in Südasien (hier: Pakistan) könnte in Zukunft zum Dauerzustand werden (Bild: AP Photo/K.M. Chaudary)

In Berlin diskutierten Politiker und Autohersteller auf einem Diesel-Gipfel über die Zukunft auf Deutschlands Straßen, in Washington setzt Donald Trump seinen neuen Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci noch vor dessen Amtsantritt wieder ab und Forscher aus den USA reparieren erstmals einen Gendefekt bei Embryonen – diese Themen dominierten diese Woche das Nachrichtengeschehen. Doch was ist sonst noch in der Welt passiert? Wir fassen zusammen, über welche wichtigen Ereignisse hierzulande kaum berichtet wurde.

Düstere Prognose: Südasien ab dem Jahr 2100 nicht mehr bewohnbar?

Wenn es nach einer neuen Klima-Studie geht, dann könnten mit Ende dieses Jahrhunderts große Teile von Indien, Pakistan und Bangladesch für Menschen nicht mehr bewohnbar sein. Unter der Leitung der Wissenschaftlerin Eun-Soon Im haben Forscher der Hong Kong University of Science and Technology berechnet, dass die Indus-Ganges-Ebene, in der heute rund 1,5 Milliarden Menschen leben, zu heiß für menschliches Leben werde. So würde die Kühlgrenztemperatur – das ist die niedrigste Temperatur, die durch Verdunstungskühlung erreicht werden kann – im Jahr 2100 in dieser Region bei 35 Grad liegen. In diesem Fall würde der menschliche Körper sich mithilfe von Schweiß nicht mehr abkühlen können.

Tunesien bringt Gesetz zum umfassenden Schutz von Frauen auf den Weg

Schon lange gilt Tunesien als eines der vorbildlichsten islamischen Länder, wenn es um den Schutz von Frauen und Minderheiten geht. Nun brachte das Parlament ein Gesetz auf den Weg, das Frauen in der Öffentlichkeit wie auch im eigenen Heim vor Gewalt schützen soll – ein in der islamischen Welt bisher einzigartiger Vorstoß. Außerdem sollen Bürger in Zukunft sofort die Polizei verständigen, wenn sie Zeugen eines Deliktes gegen Frauen werden. Schüler sollen zudem vermehrt über Menschenrechte aufgeklärt werden. Wie die„New York Times“ berichtet, wurden in den Jahren 2011 bis 2015 70 bis 90 Prozent aller tunesischen Frauen allein im öffentlichen Verkehr öffentlich sexuell belästigt.

Schwedische Wissenschaftler: Lichtmangel ist das neue Rauchen

Wer zu wenig Sonne abbekommt, lebt laut einer schwedischen Studie ungesund. (Bild: ddp Images)

Wer dachte, um gesund zu bleiben, müsse man die Sonne meiden, wurde diese Woche eines Besseren belehrt. Denn eine Studie von Forschern des Karolinska-Instituts in Stockholm konnte nachweisen, dass Frauen, die öfters in der Sonne sind, länger leben als jene Frauen, die Sonne meiden. Ihr Fazit: Sonnenmangel ist ungefähr so schädlich wie Rauchen. Studienautor Dr. Pelle Lindqvist rückt den Mythos von der Sonne als Gesundheitskiller wieder gerade: „Ausreichend Sonne verlängert das Leben. Verglichen dazu ist das erhöhte Risiko, an Hautkrebs zu sterben, minimal.“

Londoner Arzt soll mehr als 100 Sexualdelikte begangen haben

Es ist ein schlimmer Vorwurf: Ein Mediziner aus dem Londoner Stadtviertel Romford soll in den vergangenen Jahren mehr als 100 seiner Patienten sexuell genötigt haben, darunter ein Kind von 13 Jahren. Am 31. August soll der Arzt vor Gericht erscheinen und zu den Vorwürfen Stellung beziehen.

Seit mehr als drei Jahren werden die Jesiden systematisch von den radikalen Muslimen des IS verfolgt. (Bild: AP Photo)

UNO: Völkermord an Jesiden im Nahen Osten hält an

Schon lange hat man nichts mehr vom Schicksal der Jesiden im Irak gehört. Doch wie die UN diese Woche mitteilten, hält der Genozid durch den „Islamischen Staat“ gegen die dreitausend Jahre alte Volksgruppe der Jesiden unvermindert an. Obwohl sich die Weltgemeinschaft verpflichtet hat, solche Massenmorde zu verhindern, schaue man dem Treiben des IS tatenlos zu, heißt es von Seiten einer UN-Ermittlungskommission für Syrien. Lediglich die syrischen Kurdenmilizen YPG und YPJ sowie die PKK stehen den Jesiden konsequent zur Seite, was wiederum zu weiteren Spannungen mit Nachbarn wie der Türkei und der Autonomen Region Kurdistan im Irak führt.