Weltgeschehen: Worüber diese Woche kaum berichtet wurde

Der Kampf gegen AIDS macht Fortschritte (Symbolbild: Reuters)

Unwetter über weiten Teilen Deutschlands, Konflikte am Tempelberg in Jerusalem und Zank über die Gesundheitsreform in den USA – diese Themen dominierten die Nachrichtenlage vergangene Woche. Doch was ist sonst noch in der Welt passiert? Wir fassen zusammen, über welche wichtigen Ereignisse hierzulande kaum berichtet wurde.

9-jähriges Mädchen aus Südafrika von HIV geheilt

Zum ersten Mal haben Ärzte es geschafft, ein südafrikanisches Kind, das seit seiner Geburt mit dem HI-Virus infiziert war, vollständig zu heilen. Das neun Jahre alte Mädchen wurde von Anfang an mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. Wie Mediziner nun auf der Welt-AIDS-Konferenz in Paris bekannt gaben, seien im Körper des Mädchens keine lebenden HI-Viren mehr festzustellen. Ein ähnlicher Erfolg gelang Ärzten bisher lediglich bei zwei anderen Kindern und drei Erwachsenen. Die Heilung des Mädchens gibt einige Rätsel auf, welche Faktoren dabei eine Rolle gespielt haben muss noch erforscht werden.

Beinahe wäre eine Rakete in das islamische Heiligtum in Mekka eingeschlagen. (Bild: AP Photo)

Rakete aus Jemen vor islamischem Heiligtum in Mekka abgefangen

Der Konflikt zwischen den beiden Golfstaaten Saudi-Arabien und Jemen hat diese Woche einen neuen Tiefpunkt erreicht. Die saudische Luftwaffe fing eine auf die Große Moschee in Mekka gerichtete Rakete ab. Das Geschoss soll rund 70 Kilometer südlich der für Muslime heiligen Stadt von Huthi-Rebellen abgefeuert worden sein. Allerdings soll die für Ende August geplante Massen-Pilgerfahrt auch dieses Jahr stattfinden.

Chinas Polizei gelingt Schlag gegen Jesus-Frauenkult

Chinesische Behörden haben diese Woche laut der „BBC“ Mitglieder festgenommen, die einer religiösen Sekte angehören sollen. Die sogenannte „Church of Almighty God“ existiert seit den 90er-Jahren und sorgt regelmäßig für Negativschlagzeilen. Im Jahr 2014 sollen Mitglieder des Kultes in einer chinesischen McDonald’s-Filiale eine Frau totgeprügelt haben. Die Sekte glaubt, dass Jesus in Gestalt einer chinesischen Frau auf die Erde zurückgekehrt ist und die Apokalypse kurz bevorsteht.

Kanada entzieht ehemaligem SS-Mann zum vierten Mal die Staatsbürgerschaft

Dreimal hat er bereits erfolgreich Einspruch eingelegt, doch nun wollen die kanadischen Behörden Helmut Oberlander endgültig abschieben. Der 93-Jährige gehörte im Zweiten Weltkrieg einer mobilen Massenmordeinheit an, dem berüchtigten Einsatzkommando 10a, bei dem er als Übersetzer tätig war. Oberlander behauptet allerdings, er habe lediglich aus Zwang mit den Nazis kooperiert. Seit 1954 lebt er mit seiner Frau in Kanada, seit 1960 besitzt er die kanadische Staatsbürgerschaft. Zum vierten Mal haben die Behörden dem gebürtigen Ukrainer nun die Staatsbürgerschaft entzogen. Ob sie Oberlander, der zu den meistgesuchten noch lebenden NS-Verbrechern zählt, tatsächlich des Landes verweisen können, soll nun formalrechtlich geklärt werden.

Der Ex-Grüne Peter Pilz will Österreichs Polit-Landschaft umkrempeln. (Bild: dpa)

Neue Partei nach Spaltung der Grünen in Österreich

Nicht nur in Deutschland, auch bei unseren österreichischen Nachbarn stehen demnächst Wahlen an. Bei der Nationalratswahl am 15. Oktober müssen die Grünen allerdings um einen Wiedereinzug ins Parlament bangen. Denn einer der Gründerväter hat seiner Partei den Rücken gekehrt und tritt im Oktober mit einer eigenen Liste an: Peter Pilz. Der 63-Jährige hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als Korruptionsaufdecker einen Namen gemacht und genießt über Parteigrenzen hinweg große Anerkennung. Erst im April haben die Grünen ihre eigene Parteijugend verstoßen. Dass Pilz nun mit einer eigenen Liste bei der kommenden Wahl antritt, könnte die Grünen etliche Wählerstimmen kosten. Pilz vertritt in vielen Themen einen pragmatischeren Kurs als die Grüne Partei.