Weltgeschehen: Worüber diese Woche kaum berichtet wurde

Die al-Aqsa-Moschee in Jerusalem gilt als wichtige Religionsstätte für Muslime und Juden. (Bild: AP Photo)

Das angespannte Verhältnis der deutsch-türkischen Beziehungen dominierte in dieser Woche das Nachrichtengeschehen. Doch was ist sonst noch in der Welt passiert? Wir fassen zusammen, über welche wichtigen Ereignisse hierzulande kaum berichtet wurde.

Israel sperrt al-Aqsa-Moschee: Zum Tempelberg dürfen nur Männer über 50 Jahre

In der vergangenen Woche erschossen drei arabische Israelis in Jerusalems Altstadt zwei israelische Polizisten. Als Reaktion auf das Attentat schloss die israelische Regierung den Tempelberg – die drittheiligste Stätte des Islams – zunächst komplett, Metalldetektoren und Überwachungskameras wurden installiert. Mittlerweile ist der Tempelberg samt Klagemauer, al-Aqsa-Moschee und Felsendom nur noch für Männer von über 50 Jahren zugänglich. Da die Stätte sowohl für Juden als auch Muslime von großer Bedeutung ist, gibt es seit jeher Spannung zwischen Israelis und Palästinensern um Besuchsrechte und Kontrolle des Tempelbergs. Bei Protesten wurden Dutzende Palästinenser sowie einige Polizisten verletzt.

Liga-Finale: Acht Tote bei Massenpanik in Dakar

Beim senegalesischen Fußballfinale zwischen Ouakam und Stade de Mbour im Demba-Diop-Stadion in Dakar kam es zu Unruhen zwischen Fans, die mit einer Massenpanik endeten. Diese soll durch einen Polizeieinsatz mit Tränengas ausgelöst worden sein. Im Tumult stürzte eine Mauer ein und begrub hauptsächlich unbeteiligte Fußballfans unter sich – unter anderem ein junges Mädchen, das zu den acht getöteten Fans zählt.

Unberührbar: Historische Wahl in Indien

Am gestrigen 20. Juli wählte Indien – die größte Demokratie der Welt – einen neuen Präsidenten. Zur Auswahl stand unter anderem Meira Kumar, amtierende Parlamentspräsidentin, die sich allerdings gegen Ram Nath Kovind, den ehemaligen Gouverneur des Bundesstaates Bihar, geschlagen geben musste. Beide Kandidaten kamen aus der untersten Kaste, die nach hinduistischem Reglement einst als Unberührbare galt. Heute werden sie Dalits genannt und werden noch immer stark diskriminiert. Ganz so historisch ist der Moment nicht: Nicht nur gab es bereits einen Dalit-Präsidenten – Kocheril Raman Narayanan, von 1997 bis 2002 im Amt –, der regierenden hindu-nationalistischen Partei wird vor allem politisches Kalkül vorgeworfen. Indische Präsidenten gleichen in ihrer Funktion dem deutschen Bundespräsidenten und haben vor allem repräsentative Funktionen. Die BJP, so Beobachter, möchte sich dadurch bei der kommenden und weitaus bedeutsameren Regierungswahl die Stimmen aus den unteren Schichten sichern.

Ram Nath Kovind ist Indiens neuer Präsident. (Bild: AP Photo)

Britische Gefängnisse: Ein Selbstmord alle drei Tage

2016 begangen in englischen und walisischen Gefängnissen 119 Insassen Selbstmord – ein Rekordhoch. Im Schnitt begeht jeden dritten Tag ein Gefangener Selbstmord. Das Londoner „Centre for Mental Health“ schätzt, dass etwa 90 Prozent der britischen Gefängnisinsassen mit psychischen Problemen zu kämpfen haben, die größtenteils unentdeckt und damit unbehandelt bleiben. Schuld daran soll die Tory-Gefängnisreform von 2010 sein. Wegen der Streichung von Geldern sind heute bis zu 7000 Gefängniswärter und Mitarbeiter weniger im Einsatz.

Somalia: Nach drei Wochen ohne Internet wieder online

Schier undenkbar: Wegen eines von einem Schiff zerschnittenen Unterseekabels war das Land Somalia knapp einen Monat offline. Bekannt wurde dies erst vor wenigen Tagen, kurz darauf wurde der Schaden behoben. Durch den Internet-Ausfall soll ein täglicher Schaden von zehn Millionen US-Dollar verursacht worden sein.

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