Weltgeschehen: Worüber diese Woche kaum berichtet wurde

In Jemens Hauptstadt Sanaa warten Kinder auf die Ausgabe von Essensrationen. (Bild: AP Photo)

Nachrichten über den G20-Gipfel dominieren diese Woche die deutschen Medien. Neben hohem Staatsbesuch von Donald Trump, Wladimir Putin & Co. stehen die Ausschreitungen der G20-Gegner im Mittelpunkt. Doch was ist sonst noch in der Welt passiert? Wir fassen zusammen, über welche wichtigen Ereignisse hierzulande kaum berichtet wurde.

UNICEF: 10 Millionen jemenitische Kinder brauchen dringend medizinische Hilfe

Laut einer Verlautbarung von UNICEF fehlt es mehr als 10 Millionen Kindern im Jemen an medizinischer Hilfe, ausreichender Ernährung, frischem Trinkwasser und Bildung. Seit dem Ausbruch einer Cholera-Epidemie im April ist der Lebensstandard der Kinder noch einmal stark gesunken. 270.000 gemeldete Verdachtsfälle und bereits mehr als 1600 Tote sind seit dem Beginn der Krankheitswelle gemeldet worden. Zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) versucht UNICEF nun, die Epidemie einzudämmen. Doch noch immer wissen mehr als 17 Millionen Jemeniten nicht, woher ihre nächste Mahlzeit kommen wird, so das Welternährungsprogramm. Am heftigsten leiden die Kinder unter den miserablen Lebensbedingungen.

Drohende Eskalation zwischen Türkei und syrischen Kurden

Bei anhaltendem Artillerie-Beschuss der Türkei und verbündeter syrischer Milizen auf das de facto autonome Kurdengebiet in Nordsyrien (Rojava) sind bereits fünf Menschen getötet worden. Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG/YPJ) erwiderten in einigen Fällen das Feuer, dabei soll es Opfer auf Seiten der protürkischen Milizen gegeben haben. Berichten zufolge zieht die Türkei Truppen an der Grenze zum kurdischen Kanton Afrin zusammen, ein Einmarsch wird befürchtet.

Dutzende Tote bei Ausschreitungen in mexikanischem Gefängnis

Mindesten 28 Insassen wurden bei einem der brutalsten Gefängniskämpfe der letzten Jahre getötet. Rivalisierende Banden waren am Donnerstag plötzlich im Gefängnis von Acapulco aufeinander losgegangen. In der Gefängnisküche, auf dem Hof und im Besucherbereich fand man später Leichen – teilweise mit aufgeschlitzter Kehle. Immer wieder kommt es in mexikanischen Gefängnissen zu Kämpfen zwischen verfeindeten Banden. Meist geht es dabei um Streitigkeiten zwischen Drogenkartellen.

Nach den blutigen Ausschreitungen im Gefängnis von Acapulco sorgen mexikanische Marinesoldaten für Ordnung. (Bild: AP Photo)

UNESCO-Weltkulturerbe: Wien wird auf die Rote Liste gesetzt

Das historische Stadtzentrum von Österreichs Hauptstadt wird von der UNESCO auf die Rote Liste des gefährdeten Weltkulturerbes gesetzt. Grund ist ein umstrittenes Hochhausprojekt am Heumarkt. Der Bau soll durch die Entscheidung des Weltkulturerbe-Komitees verhindert werden.

Zypern-Verhandlungen bleiben ergebnislos

Erneut sind die UN-Verhandlungen zwischen Griechenland und der Türkei über eine Wiedervereinigung der Insel Zypern ohne Ergebnis beendet worden. UN-Generalsekretär António Guterres sagte im schweizerischen Crans-Montan: „Ich bin sehr enttäuscht.“
Seit das türkische Militär 1974 den nördlichen Teil der Mittelmeerinsel eingenommen hat, ist das Land geteilt. Zu den bisher ungelösten Fragen gehören unter anderem die künftige Gebietsaufteilung der Insel sowie deren Besitzrechte.