Weltgeschehen: Worüber diese Woche kaum berichtet wurde

In China zerstörte ein Erdrutsch ein ganzes Dorf, ein weiterer störte Rettungsarbeiten. (Bild: dpa)

Die Medien – zumindest in Deutschland – wurden in dieser Woche von der Abstimmung über die Zulassung der Homo-Ehe dominiert. Doch was ist sonst noch in der Welt passiert? Wir fassen zusammen, über welche wichtigen Ereignisse medial kaum gesprochen wurde.

Schwede nach sechs Jahren al-Qaida-Gefangenschaft befreit

2011 reiste der Schwede Johan Gustafsson für eine Motorradtour nach Afrika. In Timbuktu (Mali) wurde er zusammen mit anderen Touristen – einem Deutschen, einem Niederländer und einem Südafrikaner – entführt. Der deutsche Reisende wurde Ende 2011 bereits wegen Widerstand gegen die Verschleppung erschossen, der Niederländer war 2015 von französischen Truppen befreit worden. Seit 2012 gab es regelmäßige Videobotschaften von Gustafsson aus der Gefangenschaft, nun ist er nach sechs Jahren Gefangenschaft zurück in Schweden. Im Gegenzug wurden 8,5 Millionen Euro Lösegeld bezahlt. Über den Südafrikaner – sowie die fünf weiteren europäischen Geiseln, die in den Videobotschaften zu sehen waren – ist nichts bekannt.

Erdrutsch-Drama im Südwesten Chinas

Ungewöhnlich schwere Regenfälle verursachten in einer Touristengegend im Südwesten Chinas einen Erdrutsch. Dabei wurde fast das gesamte Dorf Xinmo in der Provinz Sichuan begraben. Vor wenigen Tagen wurden 15 Tote vermeldet, weitere 73 Menschen werden vermisst. Bei dem Unglück in der bei Touristen beliebten Gegend wurde auch ein Hotel verschüttet. Die Suche nach Vermissten musste zwischenzeitlich wegen eines weiteren Erdrutsches eingestellt werden. Unklar ist, ob weitere folgen werden und wann die intensive Suche nach Vermissten fortgesetzt werden kann.

Korruptionsskandal in Brasilien

In Brasilien eskalieren derzeit Korruptionsvorwürfe gegen den Präsidenten Michel Temer, die Polizei und die Fleischindustrie. Temer sagte seine Reise nach Hamburg zum G20-Gipfel ab. Ob eine Vertretung zu den Gesprächen anreisen wird, ist unklar. Der brasilianische Regierungschef wurde als erstes amtierendes Staatsoberhaupt jemals offiziell angeklagt. Ähnlich wie in Venezuela steckt auch Brasilien derzeit in einer Wirtschaftskrise. Tener wird beschuldigt, diese herbeigeführt zu haben, zudem klagt der Generalstaatsanwalt wegen angeblicher Schmiergelder, die Temer von einem Fleischkonzern angenommen haben soll. Am Freitag haben die Vereinigten Staaten bereits ein Einführungsverbot für brasilianisches Fleisch ausgesprochen.

Das Einreiseverbot-Light tritt in den USA vorübergehend in Kraft, Hawaii geht dagegen vor. (Bild: AP Photo)

Einreiseverbot-Light tritt in Kraft, Hawaii Klagt

Sind Enkel, Großeltern und Nichten keine nahestehenden Verwandten? Das zumindest sagt das nun in Kraft getretene Einreiseverbot für Bürger aus vorwiegend muslimischen Ländern – Iran, Syrien, Jemen, Somalia und Libyen – aus. Nach juristischem Hin und Her hat der Supreme Court am Montag gerichtliche Blockaden aufgehoben, allerdings nur vorübergehend. Zunächst waren neben Großeltern und Tanten auch Verlobte von US-Bürgern oder Visabesitzern betroffen, dies wurde nach lauter Kritik jedoch geändert. Um auch anderen Verwandten die Einreise zu ermöglichen, reichte Hawaiis Generalstaatsanwalt Douglas Chin beim US-Bezirksgericht einen Eilantrag ein.