Weltgeschehen: Worüber diese Woche kaum berichtet wurde

Blauhelmtruppen der UN aus dem Kongo stehen im Mittelpunkt eines Sex-Skandals. (Bild: AP Photo)

Dass am Hauptbahnhof des EU-Parlamentssitzes in Brüssel knapp ein erneuter Anschlag eines IS-Sympathisanten entgangen ist, darüber wurde in dieser Woche breit berichtet. Doch was ist sonst noch in der Welt passiert? Wir fassen zusammen, über welche wichtigen Ereignisse medial kaum gesprochen wurde.

UN-Sexskandal im Kongo

Eigentlich sollen die Streitkräfte der MINUSCA (Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinigten Nationen in der Zentralafrikanischen Republik) im kriegsgebeutelten Zentralafrika für Stabilität sorgen. Ins Leben gerufen wurde die 12.000 Mann starke Mission von der UN. Nun weitet sich jedoch ein Sexskandal um kongolesische Truppen aus. Systematisch sollen Blauhelmsoldaten der MINUSCA Frauen und sogar Kinder missbraucht haben. Der Kongo zieht nach Missbrauchsvorwürfen nun 600 Soldaten ab, die als Blauhelme in Zentralafrika stationiert waren und sowohl des sexuellen Missbrauchs als auch der systematischen Ausbeutung beschuldigt werden.

Weitere Eskalation in Venezuela

In den Straßen von Venezuela herrschen seit Wochen gewalttätige Proteste, die sich vor allem gegen Präsident Maduro richten. Die innenpolitische Krise, in der sich Opposition und Regierungsanhänger gewalttätig auseinandersetzen, kostete seit Anfang April rund 75 Menschen das Leben, viele von ihnen waren junge Erwachsene. Ende März hatte der Oberste Gerichtshof Venezuelas, das Parlament entmachtet und somit die Opposition de facto ausgehebelt. Dem venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro wird vorgeworfen, die komplette Macht an sich reißen zu wollen. Der sozialistische Staatschef ist laut konservativen Oppositionsstimmen für die Wirtschaftskrise und die Versorgungsengpässe in dem südamerikanischen Land verantwortlich.

Erdogan traf sich mit Mohammed bin Salman, dem Kronprinzen von Saudi-Arabien. (Bild: AP Photo)

Erdogan berät mit Saudi-Arabien über Katar-Boykott

Während eine Gruppe arabischer Golfstaaten, unter ihnen auch Saudi Arabien, Katar boykottieren – ihr Vorwurf: Terrorunterstützung, geschürt besonders durch Trumps Rede in Riad vor wenigen Wochen – gilt die Türkei als Unterstützer des Emirats. Die Türkei liefert seit der Isolation durch die Gruppe arabischer Länder Hilfsgüter nach Katar, schickte Truppen in das Land. Vor dem G-20-Treffen Anfang Juli in Hamburg traf sich Erdogan mit dem neuen Kronprinzen Mohammed bin Salman, um über weitere Maßnahmen zu berichten. Neben der Türkei unterstützt lediglich der Iran das Emirat, ein Wegfallen der Türkei-Unterstützung könnte zu einer schnelleren Lösung oder zu einer weiteren Eskalation der diplomatischen Krise im Nahen Osten führen.

Mexikanische Spionage-Software wird gegen Journalisten eingesetzt

Mit der Spionage-Software „Pegasus“, die Mexikos Regierung offiziell dafür verwendet, um Drogenkartelle, Terrorverdächtige oder Verbrecherbanden auszuspionieren, wurden auch Journalisten, Anwälte und Akademiker ausgehorcht. Das wurde in dieser Woche bekannt.

Islamisten besetzen Grundschule auf den Philippinen

Im südlichen Teil der Philippinen besetzten circa 200 bewaffnete Islamisten am Mittwoch eine Grundschule nahe Pigcawayan und nahmen 40 Geiseln, unter ihnen 12 Kinder. Sie hatten zunächst vor, einen Militärstützpunkt einzunehmen, wurden dabei jedoch blockiert. In der Grundschule legten sie Minen, flohen aber schon am Abend, als Truppen sich zum Angriff bereit machten. Mindestens vier der Täter, die zum örtlichen Ableger des selbst ernannten IS gehören sollen, wurden erschossen. Von sechs Geiseln fehlt derzeit noch jede Spur.

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