Weltfußballer-Wahl: Robben ignoriert seine Teamkollegen

Arjen Robben wählte unter anderem Marcelo und Cristiano Ronaldo

Der K.o. im vergangenen Champions-League-Viertelfinale gegen seinen Ex-Klub Real Madrid scheint bei Arjen Robben Eindruck hinterlassen zu haben.

Jedenfalls hat der Superstar des FC Bayern bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres 2017 seine drei Stimmen weder einem Vereinskollegen noch einem Mitspieler aus der niederländischen Nationalmannschaft gegeben, sondern drei Stars der Königlichen.

Das geht aus dem Abstimmungsdokument der FIFA hervor. (Wer wählte wen? Alle Stimmen im Überblick)


Robben, stimmberechtigt in seiner Funktion als - mittlerweile ehemaliger - Kapitän der Elftal, gab die Maximalzahl von fünf Punkten an Cristiano Ronaldo, der den Titel als weltbester Spieler verteidigte und mit seinem ewigen Widersacher Lionel Messi gleich zog.

Zudem votierte Robben für die beiden Real-Verteidiger Sergio Ramos (drei Punkte) und Marcelo (einen Punkt), der im Duell in der Königsklasse sein direkter Gegenspieler war.

Heynckes: Kein Problem"

Dass Robbens etwas überraschende Wahl intern bei den Bayern auf Unmut stößt, ist aber eher nicht zu vermuten.

"Das ist kein Problem. Die Meinung eines Spielers muss man respektieren", sagte Trainer Jupp Heynckes auf SPORT1-Nachfrage.

"Real hat zwei Jahre die Champions League gewonnen und überragenden Fußball gespielt und ich halte es für legitim, die Besten zu wählen."

Allerdings schränkte er ein: "Ich würde natürlich immer Robert Lewandowski wählen, weil ich weiß, wie schwer das vorne ist."

Schon im Vorjahr für Ronaldo

Immerhin hatte der einstige Spieler der Königlichen bei der letztjährigen Weltfußballer-Wahl schon zwei Real-Stars (Ronaldo und Kroos) seine ersten beiden Stimmen gegeben, allerdings Lewandowski auf Platz drei gesetzt.

Außerdem konnte sich bei den letzten Wahlen auch kein Bayern-Star Hoffnungen auf die Auszeichnung machen - anders als 2014. 

Seinerzeit löste Lewandowski große Diskussionen an der Säbener Straße aus, nachdem er Ronaldo vor den favorisierten Manuel Neuer gesetzt hatte.

Der damalige Sportdirektor Matthias Sammer hatte Lewandowskis Entscheidung als "unüberlegt" kritisiert, erst eine Aussprache sorgte für Ruhe.


Lewandowski sieht zwei Bayern vorne

Offenbar hat Lewandowski daraus seine Lehren gezogen: Polens Kapitän gönnte Neuer diesmal die Höchstpunktzahl und ließ Arturo Vidal auf Platz zwei folgen, erst dann folgt Ronaldo.

Neuer wiederum setzte Kroos an die eins, dahinter erst Lewandowski und Vidal.

Und sogar James Rodriguez, der bis Mitte Juli noch selbst für Real aufgelaufen war, gab mit Lewandowski einem Spieler seines neuen Arbeitgebers auf Platz drei einen Punkt. 

Auf Platz eins allerdings sah auch Kolumbiens Spielführer seinen ehemaligen Teamkollegen Ronaldo, gefolgt von Ramos - genau wie Robben.