Welt-Aids-Tag: Vorurteile abbauen und Neuansteckungen verringern

Der diesjährige Welt-Aids-Tag steht unter dem Motto "Positiv zusammenleben und die Zahl der Neuansteckungen verringern". Denn noch immer gibt es massive Vorurteile und Berührungsängste vor Menschen, die mit dem Virus infiziert sind.

Die größte Gefahr geht dabei von Menschen aus, die nichts von ihrer Infektion mit dem Virus wissen. Aus dem jüngsten Bericht von UNAIDS , dem Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS geht hervor, dass es vor allem Männer sind, die vor einem HIV-Test zurückschrecken. Damit sinkt ihre Behandlungsquote, gleichzeitig steigt das Risiko von Neuansteckungen und ihr Sterberisiko durch HIV/Aids-bedingte Erkrankungen.

Weltweit leben rund 37 Millionen Menschen mit HIV, in Deutschland  sind es rund 88.000. Die Zahl der Neuinfektionen blieb 2016 dabei mit 3.100 gegenüber dem Vorjahr stabil.

Seit 1981 sind nach UN-Angaben insgesamt schätzungsweise 35 Millionen an den Folgen der Infektion gestorben.

Antirhetrovirale Medikamente sorgen für erfolgreiche Behandlungen, doch nicht überall haben Menschen Zugang zu benötigten Therapien. Allein 2016 haben sich weltweit täglich rund 5.000 Menschen mit HIV angesteckt.

In Westeuropa ist eine sogenannte Prä-Expositions-Prophylaxe möglich. Menschen mit einem hohen Infektionsrisiko können durch die regelmäßige Einnahme eines entsprechenden Medikament die Gefahr einer Ansteckung um über 90 Prozent reduzieren. Doch Ärzte warnen davor, auf Kondome zu verzichten. Denn nur sie schützen auch vor anderen sexuelle übertragbaren Krankheiten wie Hepatitis C, Gonorrhöe und Syphilis.

Auch in vielen europäischen Ländern steigt die Zahl der Neuinfektionen, besonders unter Heterosexuellen, wie Doktor Szlávik, Infektologe aus Budapest, erklärt. Allein in Ungarn stecken sich jedes Jahr bis zu 3.000 Menschen neu an: "Es scheint, als ob die Öffentlichkeit sich von AIDS abgewandt hat, seitdem man diese Krankheit gut behandeln kann und die Patienten um die 40 bis 50 Jahre länger leben. Die Kampagnen zum Schutz vor einer Infektion sind wesentlich schwächer geworden .Die jüngsten Daten zeigen die Auswirkungen, denn die Zahl der Neuinfektionen in Ungarn geht nicht zurück. Es sind 2.000 bis 3.000 jedes Jahr."

Gábor Ács, Euronews: "Seit langer Zeit gibt es effiziente Medikamente, aber viele Menschen schrecken davor zurück, einen Test zu machen. Wenn sich die Krankheit in einem fortgeschrittenen Stadium befindet, ist es zu spät für Hilfe. Der einzige Weg, das zu vermeiden, sind regelmäßige Tests."