Welt-Aids-Tag: Donald Trump erwähnt LGBT-Community mit keinem Wort

US-Präsident Donald Trump hat sich am Welt-Aids-Tag ambivalent geäußert. (Bild: AP Photo)

Anlässlich des jährlich am 1. Dezember stattfindenden Welt-Aids-Tags ließ US-Präsident Donald Trump ein Statement veröffentlichen. Darin gedachte er der Opfer der Autoimmunkrankheit und lobte den Fortschritt in Sachen Bekämpfung – vergaß aber, die Hauptbetroffenen zu erwähnen.

Es gab keine große Rede und keinen seiner typischen Tweets: Fast unbemerkt, über den Public Pool des Weißen Hauses, ließ US-Präsident Donald Trump am Welt-Aids-Tag eine kurze Botschaft veröffentlichen. Schon seine Vorgänger taten das so. Doch in diesem Jahr fanden in dem Text weder Homosexuelle noch Bisexuelle oder Transgender darin Erwähnung.

Im Vorjahr hatte Barack Obama noch ausdrücklich die LGBT-Community in seinem Schreiben erwähnt. Damals hieß es: „In den Vereinigten Staaten leben mehr als 1,2 Millionen Menschen mit HIV. Schwule und bisexuelle Männer, Transgender, Jugendliche, Schwarze und Latinos, Menschen in den Südstaaten und Menschen, die sich Drogen injizieren, haben ein erhöhtes Risiko.“

Donald Trump im Jahr 2016 bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Colorado. (Bild: AP Photo)

In diesem Jahr wurde jedoch keine dieser Personengruppen im Statement erwähnt. Sachlich und nüchtern hieß es in der von Trump veröffentlichten Erklärung: „Heute, am Welt-Aids-Tag, ehren wir jene, die ihr Leben an Aids verloren haben, wir feiern den bemerkenswerten Fortschritt, der gemacht wurde, um diese Krankheit zu bekämpfen und wir beteuern abermals unsere andauernden Bemühungen, Aids als Bedrohung für die allgemeine Gesundheit ein Ende zu setzen.“

In den meisten Passagen des Trump-Schreibens wird auf die Geschichte der Aids-Krankheit eingegangen sowie auf die Schritte, die in der Vergangenheit bereits unternommen worden sind, um eine Ausbreitung der Autoimmunerkrankung zu stoppen.

Schlag ins Gesicht

In den Medien und von LGBT-Aktivisten wird der US-Präsident nun scharf kritisiert. Joel Kasnetz, LGBT-Beauftragter der US-Demokraten, twitterte nach Trumps Statement: „In seinem ersten Amtsjahr hat Trump keine Möglichkeit ausgelassen, grausam zur LGBTQ-Community und den Millionen von Menschen in der Welt zu sein, die mit HIV leben.“ In einem weiteren Tweet schrieb er: „Der Versuch, LGBTQ-Menschen aus der Geschichte von HIV/Aids zu streichen, ist ein weiterer Schlag ins Gesicht.“

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Im Wahlkampf 2016 hatte Donald Trump noch angekündigt, sich für die Rechte der LGBT-Community einzusetzen. Bei einer Veranstaltung in Greeley, Colorado, nahm er sogar eine Regenbogenfahne in die Hand – etwas, das vor ihm noch kein Republikaner getan hatte. Und auch auf Twitter sprach sich Trump für die Community aus. LGBT-Verbände werfen dem US-Präsidenten jedoch schon länger vor, seinen Aktionen und Worten keine Taten folgen zu lassen.

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