Wells Fargo gesteht Fehler, der Hunderte US-Kunden ihre Häuser gekostet hat


Wells Fargo hat am Freitag laut US-Medien eingestanden, dass Hunderte US-Kunden durch einen Fehler der Bank ihre Häuser verloren haben. In der Entschuldigung der in San Francisco ansässigen Bank hieß es laut einem Bericht des „Charlotte Observers“, dass ein Berechnungsfehler dazu führte habe, dass bei 625 Kunden fälschlicherweise Kredite abgelehnt worden waren oder dass ihnen keine Änderungen angeboten wurden, um ihre Kredite erschwinglicher zu machen. In etwa 400 der Fälle waren die Häuser später in Zwangsvollstreckung gegangen.

Laut der Bank habe der Fehler Kunden betroffen, die zwischen April 2010 und Oktober 2015 in Zwangsversteigerungen verwickelt waren, bevor das Problem behoben wurde. Der Fehler sei während einer internen Überprüfung aufgedeckt worden.

„Es tut uns sehr leid, dass dieser Fehler aufgetreten ist und wir werden die rund 625 Kunden, die betroffen sein könnten, entschädigen“, sagte Sprecher Tom Goyda in einer Erklärung. Laut Goyda habe Wells Fargo acht Millionen Dollar zur Entschädigung der Kreditnehmer zurückgestellt. Er sagte, die Bank habe keine Aufschlüsselung, woher die Kunden stammten.


Wells gab am Freitag auch bekannt, dass diverse US-Behörden das Verhalten des Geldhauses im Zusammenhang mit staatlichen Wohnraumförderungsprogrammen für Kunden mit einem niedrigen Einkommen unter die Lupe genommen haben.

Wells Fargo war erst in dieser Woche im Zusammenhang mit Immobilienkrediten kurz vor der Finanzkrise eine Strafe von 2,09 Milliarden Dollar aufgebrummt worden. Das US-Justizministerium wirft dem Geldhaus vor, bei der Erteilung der Darlehen wissentlich über falsche Einkommensinformationen der Kreditnehmer hinweggesehen zu haben.

Konkret soll das Institut die Risiken von Hypotheken verschleiert haben, mit denen bestimmte Anleihen besichert wurden. Deren Kursverfall habe maßgeblich zu der für viele US-Bürger verheerenden Finanzkrise der Jahre 2007 und 2008 beigetragen.

Wells Fargo kämpft ohnehin mit Imageproblemen. Die Bank hatte in den vergangenen Jahren hohe Strafen wegen eines Skandals um Scheinkonten und verschiedener anderer Vergehen zahlen müssen. Im April hatte das Geldhaus eine Strafe von einer Milliarde Dollar wegen verschiedener Vergehen im Geschäft mit Baudarlehen und Autoversicherungen gezahlt.

Mit Material von Reuters