Welcher Spielertyp bin ich?

Welcher Spielertyp bin ich?
Welcher Spielertyp bin ich?

Am Pokertisch trifft man die verschiedensten Gegner. Sie kommen aus allen Berufsgruppen. Anwälte, Ärzte, Piloten, Unternehmer, Studenten, Arbeiter, Angestellte, Künstler, Sportler und viele mehr. Jede einzelne Tischkonstellation ist unterschiedlich und bringt interessante wie spannende Dynamiken. Die Gespräche gehen in die verschiedensten Richtungen. Und genau dies ist doch zumindest ein Grund, wieso wir Poker alle lieben, oder? Wie aber sieht es mit den unterschiedlichen Spielertypen am Tisch aus? Fast an jedem Table trifft man auf Pokerspieler mit ähnlichen Verhaltensmustern. Ich möchte euch heute mal die am häufigsten vertretenen Spielertypen vorstellen. Vielleicht erkennt ihr euch in der einen oder anderen Kategorie wieder? Oder ihr kennt zumindest jemanden, auf den die Beschreibung passt. Auf geht es.

Einmal Beton anmischen, bitte

Der Betonspieler hat Geduld bis zum Anschlag. 50 Hände in Serie passen? Gar kein Problem für ihn. Wenn er Chips über die Linie setzt, dann sollten bei euch die Alarmglocken angehen. Er hat die Hand, die er repräsentiert! Bei Turnieren kommt der Betonspieler häufig recht weit. Für eine Podiumsplatzierung reicht es dennoch recht selten, da ihm in der Endphase des Turniers bei schneller kommenden Blinds und ausgehenden Actionspielern, die ihn auszahlen, die guten Startkarten ausgehen. Betonspieler - oder auch Nutsspieler genannt - performen im Cashgame häufig wesentlich besser als im Turnier.

Der Actionspieler sucht Action. Aber er gibt sie auch. Es gibt keine 3 Hände in Serie, die er vor dem Flop passt. Selbst wenn es UTG ein Raise gab und der Betonspieler aus UTG+1 mit einem Reraise nach 90 Minuten endlich mal wieder aus der Deckung hervorkommt, wird der Actionspieler A7s vor dem Flop NICHT ablegen. Der Flush könnte ja kommen! Actionspieler geht die Munition häufig schnell aus, da sie gern auch dazu tendieren ihre Hände zu überspielen. Aber wehe sie fangen an zu treffen! Dann Gnade Gott. Dann können Actionspieler einen Tisch auch schnell mal terrorisieren. Manchmal auch komplett zerstören. Auch wenn sie einem hin und wieder Bad Beats zufügen, so sind Actionspieler an jedem Tisch sehr gern gesehene Gegner.

Der Mathematiker kann jede Situation bis auf eine Nachkommastelle korrekt ausrechnen. Und daraus basierend die korrekte Entscheidung treffen. In gewissen Spots fehlt dem Mathematiker jedoch das Bauchgefühl für die jeweilige Situation oder auch der Hang, gewisse Risiken einzugehen. Meist jedoch solide Performance.

Der Körpersprachenleser sitzt 2 Stunden mit euch am Tisch und kennt euch danach besser als ihr euch selbst. Ob ihr euch mit eurer Hand wohl fühlt oder gerade Stress habt bei einem Bluff…er weiß es. Gebt ihm nicht allzu viele Infos über euch. Denn er wird diese in späteren Duellen zu eurem Nachteil verwenden. 

Blablabla

Mr. Talk labert in einer Tour durch. Diesen Typus gibt es fast in jeder Pokerrunde. Egal ob bei den Profis oder in der wöchentlichen Hobbyrunde. Er kann zeitweilig amüsant sein, aber manchmal auch nerven. Mr. Talk pokert mehr aus Spaß an der Freud. Na klar möchte er auch gewinnen, aber das steht nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Er blufft sehr gern, lässt sich aber höchst ungern ausbluffen.

Der schweigsame Spieler hat häufig Kopfhörer auf und beteiligt sich an keiner Kommunikation. Meist ein Pro. Er spielt sein Ding runter und hört dabei Musik. Wenn er ausscheidet, gibt es meist keine Beileidskundgebungen.

Der Fallensteller spielt seine guten Hände nahezu immer tricky. Er checkt seine Top-Flops und hofft, dass irgendjemand versucht, den Pot zu stehlen. Um dann am Turn oder River aus seinem Versteck zu kommen und einen großen Pot zu gewinnen. Das klappt anfangs auch hin und wieder. Spätestens aber dann, wenn auch der letzte Gegner am Tisch die Spielweise des Fallenstellers erkannt hat, wird es für ihn schwer Chips zu generieren.

Den Verschwörungstheoretiker gibt es auch fast an jedem Tisch. An seinem Ausscheiden aus einem Turnier sind immer die anderen schuld. Passiert es Online, dann wird auf die Plattform geschimpft, die mal wieder Spieler aus anderen Nationen bevorzugt. Im Live-Spiel ist es dann die schlechte Entscheidung seines Gegners, die dafür gesorgt hat, dass seine Hand nicht gehalten hat. Oder er ist einfach zu lange kartentot gewesen. Der Verschwörungstheoretiker müsste normaler Weise jedes Pokerturnier gewinnen, wenn es keine Bad Beats geben würde. Denkt er zumindest.

Der Alleswisser kennt nicht nur alle WSOP Main-Event Champions aus den letzten 30 Jahren, sondern er verteilt auch gern Tipps an seine Gegner, wenn sie - seiner Meinung nach - eine Hand mal wieder hätten besser spielen können. Obwohl diese gar nicht nach seiner Meinung gefragt haben. Er rechnet auch den Side-Pot schneller aus als der Kartendealer, obwohl dieser es selber auch kann und gar nicht um Hilfe gebeten hat. Er mischt sich in alles ein. Der Alles- oder Besserwisser kriegt meist gute Action, da seine Gegner häufig auch mit spekulativen Händen mitgehen. Nur aus einem Grund …um ihn vom Tisch zu nehmen. Good game, wir sehen uns an den Tischen.

Martin Pott ist ehemaliger Poker-Profi, der etliche Jahre in Las Vegas gelebt & dort professionell gepokert hat. Erfahrene Spieler kennen die Stimme von Martin Pott zudem aus vielen Pokersendungen im TV, wo er seit Jahren von großen Turnieren aus der ganzen Welt berichtet. Weitere Infos zu unserem Autor findest du auch auf www.plus-ev.eu

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