Weiterfahrt nach Spanien zu gefährlich für Flüchtlingsschiff Aquarius

Die Besatzung des Rettungsschiffes "Aquarius" mit über 600 Flüchtlingen an Bord hat entschieden, aus Sicherheitsgründen nicht den Hafen im spanischen Valencia anzusteuern. Ein Vertreter der Hilfsorganisation SOS Méditerranée an Bord des Schiffes sagt:

"Wir haben Spanien und Italien - allen Seefahrtsbehörden, die derzeit mit der Aquarius in Verbindung stehen - mitgeteilt, dass es angesichts der Anzahl an Menschen an Bord für das Schiff, die Besatzung und die geretteten Menschen nicht sicher wäre, diese Fahrt von unserer jetzigen Position nach Spanien zu machen. Wir könnten diese Strecke theoretisch zurücklegen, wenn wir eine begrenzte Anzahl an Menschen an Bord hätten, die innerhalb eines sicheren Bereichs untergebracht wären, dort versorgt werden könnten und nicht auf dem offenen Deck. Es wird erwartet, dass sich die Wetterlage in den nächsten Tagen deutlich verschlechtert."

An Bord der Aquarius kam es bereits zu Handgreiflichkeiten, die Frustration steigt. Die Crew hat erneut an Italien appeliert, das Schiff in einem italienischen Hafen anlegen zu lassen. Bislang hat Rom noch nicht geantwortet.

Euronews-Korrespondentin Anelise Borges befindet sich an Bord. Sie berichtet von bis zu zwei Meter hohen Wellen. Eine Fahrt nach Spanien unter diesen Bedingungen sei schlicht "verrückt".