Weiterer Verdächtiger im Missbrauchsfall von Staufen in Karlsruhe vor Gericht

Ein weiterer Verdächtiger im Fall des im Darknet zum sexuellen Missbrauch verkauften Jungen aus Staufen bei Freiburg muss sich seit Montag vor dem Landgericht Karlsruhe verantworten. Dem 44-jährigen Mann aus Schleswig-Holstein wird zur Last gelegt, dass er ein Kind missbrauchen und töten wollte. Er soll dazu Kontakt zum Stiefvater des Jungen aufgenommen haben.

Vor dem Landgericht Freiburg begann ebenfalls am Montag der Prozess gegen die 48 Jahre alte Mutter des Kinds und ihren 39-jährigen Lebensgefährten. Ihnen wird unter anderem besonders schwere Vergewaltigung, schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, besonders schwere Zwangsprostitution und Verbreitung kinderpornografischer Schriften vorgeworfen.

Der in Karlsruhe angeklagte 44-Jährige soll den Stiefvater des Jungen im Darknet - dem verborgenen Teil des Internets - gefragt haben, ob er den Jungen sexuell missbrauchen und danach töten dürfe. Der 39-Jährige habe dies abgelehnt. Nach der Festnahme der Mutter des Jungen und ihres Lebensgefährten im September 2017 versuchte der 44-Jährige laut Anklage erneut, Kontakt aufzunehmen. Er wusste nicht, dass die beiden festgenommen worden waren. Nach einem zum Schein verabredeten Treffen wurde er in Karlsruhe festgenommen.

Vor dem Landgericht Karlsruhe muss er sich unter anderem wegen Sichbereiterklärens zum Mord sowie Sichbereiterklärens zum sexuellen Missbrauch von Kindern verantworten. Zum Prozessauftakt wurde die Öffentlichkeit nach Angaben einer Gerichtssprecherin ausgeschlossen. Ein Urteil könnte noch im Juni fallen. Für den Prozess sind noch zwei weitere Verhandlungstage Ende des Monats angesetzt.