Weiterer Prozess gegen Mitglieder von Neonazikameradschaft in Dresden

Ein Angeklagter in Handschellen

Vor dem Dresdner Landgericht hat am Mittwoch ein weiterer Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der Neonazigruppe Freie Kameradschaft Dresden begonnen. Den sechs Angeklagten werden Angriffe auf Polizisten, Flüchtlingsheime und politische Gegner in den vergangenen beiden Jahren vorgeworfen.

Konkret sollen fünf der sechs Neonazis im August 2015 bei den fremdenfeindlichen Ausschreitungen vor einer Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Heidenau dabei gewesen sein und Steine und Flaschen gegen Polizisten geworfen haben. Mehr als 30 Polizisten wurden damals verletzt.

Weiterhin sollen sie in wechselnder Beteiligung eine Flüchtlingsunterkunft und ein alternatives Wohnprojekt in Dresden angegriffen haben und an einem rechtsextremen Überfall von insgesamt rund 200 gewaltbereiten Rechtsextremen auf den alternativen Leipziger Stadtteil Connewitz im vergangenen Jahr beteiligt gewesen sein. Beim Dresdner Stadtfest im Sommer 2016 sollen die Angeklagten erneut Flüchtlinge attackiert haben.

Die Anklage wirft den Männern unter anderem Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vor. Für den Prozess sind zunächst 26 weitere Verhandlungstage bis Ende Januar anberaumt.

In einem ersten Prozess waren bereits Ende August zwei Mitglieder der Freien Kameradschaft Dresden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Dresden verhängte jeweils drei Jahre und acht Monate Haft, in einem Fall als Jugendstrafe. Sie standen wegen derselben Vorwürfe vor Gericht.

Bereits seit Juni 2015 laufen die Ermittlungen gegen die Neonazigruppe, die auch enge Verbindungen zur sogenannten Gruppe Freital haben soll. Seit März läuft ein Prozess gegen acht mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen Gruppe Freital vor dem Oberlandesgericht in Dresden.