Weißes Haus: Unglaubliche Aussagen über todkranken Senator

John McCain hat ein schlechtes Verhältnis zu Donald Trump: Von seinem Begräbnis ist der Präsident ausgeladen. (Bild: AP Photo/J. Scott Applewhite, File)

Das Weiße Haus disqualifiziert sich mit einer Aussage über John McCain, bei dem Gehirntumore entdeckt worden waren.

Der Republikaner John McCain ist den meisten Menschen durch seinen Präsidentschaftswahlkampf 2008 im Gedächtnis geblieben, den er letztlich gegen Barack Obama verlor. Im vergangenen Jahr wurde bei dem 81-Jährigen ein aggressiver Gehirntumor entdeckt. Nun nimmt er langsam Abschied – auch von der Politik und Politikern.

Unter anderem hat er beschlossen, Präsident Trump von seiner Beerdigung, die in der Washington National Cathedral stattfinden soll, auszuschließen. Denn sein Verhältnis zu dem umstrittenen US-Präsidenten ist belastet: McCain hatte sich zuletzt gegen Trumps Nominierung von Gina Haspel als neue CIA-Direktorin ausgesprochen.

In einem geschlossenen Meeting im Weißen Haus wurde seine Kritik nun angeblich mit harten Worten quittiert: „Macht nichts, er stirbt ohnehin.“ Laut „The Hill“ machte diese Aussage Kelly Sadler in einem Meeting vor ungefähr zwei Dutzend Kommunikationsmitarbeitern des Weißen Hauses. Kelly Sadler schrieb vor ihrer Zeit im Weißen Haus als Kommentatorin für die „Washington Times“. Jetzt ist sie vor allem für Einwanderungsthemen zuständig.

Das Weiße Haus dementierte die Berichte nicht. Stattdessen heißt es in einem Statement: „Wir respektieren die Dienste von John McCain um unsere Nation und beten in dieser schwierigen Zeit für ihn und seine Familie.“

McCain begründete seine Ablehnung der vorgeschlagenen CIA-Direktorin damit, dass sie sich nicht klar dafür ausgesprochen hatte, dass Folter unmoralisch sei. Seine Konflikte mit Trump gehen aber noch um einiges weiter zurück. McCain, der als Marineflieger im Vietnamkrieg in Kriegsgefangenschaft geriet und seitdem als Kriegsheld gilt, wurde in den über fünf Jahren seiner Kriegsgefangenschaft selbst Opfer von Folter. An deren Folgen leidet er bis heute. Trump hatte sich in seinem eigenen Wahlkampf über McCains Biographie lustig gemacht: Dieser sei nur ein Kriegsheld, weil er in Gefangenschaft geraten war. „Ich mag Leute, die nicht gefangen genommen wurden.“

In diesem Video aus dem Jahr 2015 spricht Trump die Vorwürfe gegenüber McCain deutlich aus: „Ich habe ihn als Präsidentschaftskandidaten unterstützt, aber er hat uns im Stich gelassen und verloren. Nachdem er verloren hatte, mochte ich ihn nicht mehr so gern, weil ich keine Verlierer mag.“

Später distanzierte er sich von diesem Kommentar und beschuldigte die Medien, ihn falsch wiedergegeben zu haben.