Weihnachtsmarkt in Elmshorn: Polizei ermittelt gegen rechte Hetzer

Schon seit 2007 gibt es in Elmshorm den „Lichtermarkt“. (Bild: dpa)

Seit zehn Jahren heißt der Weihnachtsmarkt in Elmshorn „Lichtermarkt“. Dieses Jahr wird er mit einem dunkelhäutigen Christkind beworben. Der Bürgermeister bekommt seitdem hunderte Hass-Mails. Nun ermittelt die Kripo in dem Fall.

Volker Hatje ist seit fast vier Jahren Bürgermeister von Elmshorn in Schleswig-Holstein. Doch was er in den letzten Tagen an Hass zu spüren bekommt, mache ihn nachdenklich, so Hatje zur „Süddeutschen Zeitung“. Der Grund: Weil der „Lichtermarkt“ mit einem dunkelhäutigen Kind beworben wird, schicken rechte Hetzer Drohungen an den parteilosen Politiker.

Nun hat sich die Polizei eingeschaltet. Nach mehr als 150 Drohungen gegen Hatje hat das Kommissariat der Bezirkskriminalinspektion Itzehoe Ermittlungen eingeleitet, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. In zehn Fällen gehe es um Beleidigung und Bedrohung. In einem Fall sogar um Volksverhetzung. Die Polizei versucht nun, die Absender der E-Mails zu identifizieren.

Erika Steinbach unterstützte im Wahlkampf 2017 die AfD, ohne Parteimitglied zu sein. (Bild: AP Photo)

Für Unmut sorgt bei den Verfassern der Botschaften aber nicht nur das dunkelhäutige Kind, das auf einem Plakat als Christkind zu sehen ist, sondern auch die Tatsache, dass der Markt nicht „Weihnachtsmarkt“ heißt. Offenbar vermuten viele Hetzer eine politische Korrektheit angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise dahinter. Doch der Markt heißt schon seit zehn Jahren „Lichtermarkt“.

Dass der Markt in der nördlichen Kleinstadt für so viel Aufregung sorgt, dürfte einem Tweet der ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach geschuldet sein. Die postete nämlich am 14. November ein Foto des Plakates vom Lichtermarkt auf Facebook und schrieb dazu: „Ich kenne kein Land, das seine eigenen Traditionen und Kultur selbst aufgibt. Deutschland zerstört seine Identität selbst.“

„Einen derartigen Shitstorm und Hass habe ich noch nie erlebt”, so Bürgermeister Hatje. Als es mit den Mails losging, habe er auf die Beschwerden noch antworten wollen. Schnell musste der 56-Jährige aber feststellen, dass man die Absender mit Argumenten nicht erreiche. „Das einzige, was sie wollen, ist, Zweifel und Angst zu säen“, sagte Hatje zum „Hamburger Abendblatt“. Das wolle er aber auf keinen Fall zulassen.