Weihnachtsmarkt an Berliner Breitscheidplatz eröffnet

Betonsperren vor dem Weihnachtsmarkt am Breidscheidplatz

Knapp ein Jahr nach dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz haben die Schausteller am Montag ihre Buden für die neue Saison geöffnet. "Alle freuen sich, dass es endlich losgeht", sagte Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender des Veranstalters AG City, der Nachrichtenagentur AFP. "Die Stimmung ist sehr positiv", sagte Meier am Vormittag nach einem Gottesdienst für die Schausteller in der Gedächtniskirche.

Bei dem Anschlag am 19. Dezember hatte der Tunesier Anis Amri einen Lastwagen gezielt in den Weihnachtsmarkt zwischen dem Berliner Zoo und den Kurfürstendamm gesteuert. Zwölf Menschen starben, rund 70 wurden teils schwer verletzt. In diesem Jahr wurden deshalb die Sicherheitsmaßnahmen deutlich erhöht. Neben Betonsperren und mehr Präsenz von Polizeikräften und Wachleuten wurden auch verdeckte Maßnahmen angekündigt.

Zum Jahrestag des Anschlags am 19. Dezember soll der Markt geschlossen bleiben. Dann wird im Rahmen einer feierlichen Zeremonie ein Mahnmal an Hinterbliebene und Betroffene übergeben - ein goldfarbener Riss im Boden des Breitscheidplatzes.

Zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes am Montagvormittag herrschte der Tageszeit entsprechend noch ein überschaubarer Andrang. "Alle Händler vom letzten Jahr sind wieder da", sagte Meier. "Das ist bemerkenswert." Die City AG erwartet nach eigenen Angaben bis zum 7. Januar eine Million Besucher.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) rief unterdessen dazu auf, weiterhin Weihnachtsmärkte zu besuchen. Die Bürger sollten "achtsam aber nicht furchtsam" sein, sagte de Maizière der "Bild"-Zeitung. "Die Weihnachtsmärkte gehören zu unserem Leben und unserer Kultur." Nach Angaben des Bundesinnenministeriums ist die Gefährdungslage in Europa und damit auch in Deutschland anhaltend hoch. Das gelte auch für Großveranstaltungen, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag.