Weidmann: Streben weder höhere noch niedrigere Inflation an

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat angesichts des veränderten EZB-Inflationsziels das Primat der Preisstabilität betont. "Die neue Strategie hilft der Geldpolitik, Preisstabilität für die Menschen im Euroraum zu sichern", teilte Weidmann am Freitag mit. "Eine Inflationsrate von zwei Prozent in der mittleren Frist ist als Ziel klar und leicht zu verstehen. Wir streben weder niedrigere noch höhere Raten an. Das war mir wichtig."

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Vortag ihre runderneuerte geldpolitische Strategie vorgestellt. Beim Thema Inflation verschaffen sich die Währungshüter mehr Spielraum. Künftig strebt die Notenbank für die 19 Staaten des Euroraums eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent an. Zumindest zeitweise will die EZB dabei auch dulden, wenn diese Marke moderat über- oder unterschritten wird. Bislang lag das Inflationsziel der EZB bei "unter, aber nahe zwei Prozent".

Neu ist auch, dass künftig die Kosten für selbst genutztes Wohneigentum schrittweise in die Inflation mit eingerechnet werden sollen. "Um für Preisstabilität zu sorgen, brauchen wir ein geeignetes Maß für die Inflationsrate", erklärte Weidmann. Daher spreche sich der EZB-Rat dafür aus, auch selbst genutztes Wohneigentum einzubeziehen. "So kommt die Preismessung der Lebenswirklichkeit der Menschen im Durchschnitt noch näher."

Die EZB hatte zuletzt im Jahr 2003 ihre Strategie überarbeitet. In den jetzigen Prozess, der 18 Monate dauerte, flossen auch Beratungen mit Verbraucherverbänden und Sozialpartnern sowie Bürgerstimmen ein. Die seit 1. November 2019 amtierende EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte die Strategieüberprüfung vorangetrieben. Zum nächsten Mal auf den Prüfstand soll die geldpolitische Strategie im Jahr 2025.

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