Weidenfeller attackiert Rotsünder Aubameyang

Pierre-Emerick Aubameyang flog nach einem Foul an Amine Harit mit Gelb-Rot im Derby gegen Schalke vom Platz

Erst das Führungstor, dann gelb-rote Karte: BVB-Stürmerstar Pierre-Emerick Aubameyang hat beim 4:4 (4:0) im Revierderby gegen Schalke 04 ein Wechselbad der Gefühle erlebt - und musste für seinen Platzverweis in der 72. Minute harte Kritik einstecken. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Allen voran Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller attackierte seinen Stürmer-Kollegen: "Es war einfach schwachsinning, sich da eine gelb-rote Karte abzuholen", schimpfte Weidenfeller, der durch seinen 24. Einsatz in einem Revierderby zum Dortmunder Rekordspieler wurde.

Auch der umstrittene BVB-Trainer Peter Bosz war wenig erfreut: "Das darf nicht passieren. Das war zu aggressiv. Er wollte der Mannschaft helfen, indem er tief verteidigt, aber das passt momentan zu unserer Situation."

Zunächst eröffnete Aubameyang mit seinem 96. Bundesliga-Treffer, durch den er mit Anthony Yeboah als erfolgreichster afrikanischer Torschütze in der Bundesligageschichte gleichzog dafür, zwar den historischen Torreigen der Dortmunder.

Goretzka: "Danach waren wir emotional im Aufwind"

Danach trat Aubameyang aber nur noch negativ in Erscheinung: Anfang der zweiten Hälfte vergab er die große Chance zum 5:0 (56.) für Dortmund, danach erwies er seinem Team einen noch größeren Bärendienst: Tief in der eigenen Hälfte foulte Aubameyang Schalkes kreativen Mittelfeldspieler Amine Harit hart und kassierte dafür in der 72. Minute die Ampelkarte.


In der 55. Minute hatte sich Aubameyang bereits seine erste Verwarnung abgeholt.

"Spätestens ab dem 4:2 und der roten Karte fing es in allen Köpfen im Stadion an zu rattern. Danach waren wir emotional im Aufwind, das haben wir ausgenutzt", machte Schalkes Nationalspieler Leon Goretzka die Szene als einen der Knackpunkte im irren Revierderby aus.

Nach Aubameyangs Platzverweis beim Stand von 4:2 kassierte der BVB in Unterzahl tatsächlich noch zwei Gegentreffer durch Caligiuri (86.) und Naldo (90.+4) und vergeigte so den sicher geglaubten Derbysieg.