Weibliche Dax-Vorstände überholen Männer bei der Vergütung

Frauen in Chefetagen deutlich unterrepräsentiert

Auch wenn sie zahlenmäßig ihren männlichen Kollegen noch deutlich nachstehen - bei der Höhe der Vergütung haben Frauen in Dax-Vorständen mittlerweile die Männer überholt. Wie das Beratungsunternehmen EY am Freitag mitteilte, verdiente ein männliches Dax-Vorstandsmitglied 2013 noch zehn Prozent mehr als ein weiblicher Vorstand. Im Jahr 2016 drehte sich das Verhältnis: Die Frauen lagen rund fünf Prozent vor den Männern.

Die Gesamtdirektvergütung, also das variable und das fixe Gehalt, blieb bei den männlichen Dax-Vorständen zwischen 2013 und 2016 mit durchschnittlich 2,86 Millionen Euro ungefähr konstant, wie EY erklärte. Die Frauen legten hingegen in dem Zeitraum um 14 Prozent auf zuletzt knapp drei Millionen Euro zu. Unternehmenschefs wurden bei der Berechnung ausgenommen - zum einen, weil es keine Frauen gibt, zum anderen, weil deren Vergütung noch einmal stark nach oben abweicht.

EY-Experte Jens Massmann begründete die Entwicklung vor allem mit dem Marktwert der Frauen. Unternehmen bemühten sich verstärkt darum, Frauen in den Vorstand zu holen, geeignete Kandidatinnen seien jedoch knapp. Durch ihren höheren Marktwert steige die Höhe der Vergütung, erklärte er. Anders sieht die Lage allerdings bei den Börsenindizes MDax, SDax und TecDax aus - dort lagen die Frauen im Vorstand bei der Vergütung 2016 hinter den Männern.

Bei den Dax-Unternehmen sei "zumindest bei der Vergütung die Gleichberechtigung erreicht", erklärte Massmann zusammenfassend. Bei der Anzahl der Frauen in Dax-Vorständen ergibt sich jedoch nach wie vor ein deutlich anderes Bild: So verglichen die Experten von EY 2016 bei den Dax-Vorständen 125 Männer mit 18 Frauen - im Jahr zuvor lag das Verhältnis bei 129 zu 15.