Wegen verschärfter Sicherheitslage soll schon Samstag Schluss sein: USA will letzten Evakuierungsflug aus Kabul vorziehen

·Lesedauer: 2 Min.
US-Marines sichern die Evakuierung von Afghanen in eine C-17-Transportmaschine
US-Marines sichern die Evakuierung von Afghanen in eine C-17-Transportmaschine

USA drücken aufs Tempo und wollen offenbar schneller raus aus Afghanistan als bisher geplant: Laut eines Nato-internen Zeitplans von Sonntag, der Business Insider vorliegt, soll der letzte Evakuierungsflug bereits am kommenden Samstag aus Kabul gehen. Entsprechende Informationen bestätigt ein hochrangiger deutscher Diplomat.

Ursprünglich sollte der Einsatz noch bis zum 31. August gehen, zudem wollte die Nato ihre schnelle Eingreiftruppe "Nato Response Force" zum Errichten eines Lagers ab 1. September schicken, geht aus internen Planungsunterlagen des Militärbündnisses hervor. Doch die Sicherheitslage vor Ort hat sich in den letzten 72 Stunden erheblich verschärft, heißt es. Die USA rechnen mit Bombenschlägen, sagte ein Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden am Wochenende. Zwischenzeitlich wurden Gates am Flughafen geschlossen. In Videos ist immer wieder von Schüssen zu sehen, um die Massen vor den Flughafen-Eingängen zurückzudrängen.

Inzwischen sind auch mehrere Tote zu beklagen. Bei einem Feuergefecht afghanischer Sicherheitskräfte sowie deutscher und US-amerikanischer Soldaten mit unbekannten Angreifern am Flughafen Kabul ist eine afghanische Sicherheitskraft getötet worden. Drei weitere wurden am Montagmorgen verletzt, wie die Bundeswehr auf Twitter mitteilte. Alle deutschen Soldaten seien unverletzt geblieben.

Im aktuellen Zeitplan wird daher zwar weiter vom 31. August als definitives Ende der Evakuierungsoperation gesprochen ("Operation complete"). Es wird aber damit gerechnet, dass die "Extraktion" von Afghanen und Nato-Angehörigen bereits am 28. August beendet wird, heißt es weiter. Ein hochrangiger deutscher Diplomat bestätigt Business Insider: "Wenn die Amerikaner nicht verlängern, und danach sieht es derzeit nicht aus, geht der letzte Flug am 27. oder 28. August."

Die Bundeswehr hat eigenen Angaben zufolge inzwischen mehr als 2500 Menschen aus Kabul geflogen. Bei der Evakuierungsaktion ist in der Nacht zu Montag ein weiterer Flieger mit 213 Schutzbedürftigen an Bord aus Kabul im usbekischen Taschkent gelandet. Der Militärtransporter des Typs A400M hatte auf dem Hinflug Hilfsgüter zum Flughafen Kabul gebracht.

Unter den 2500 Menschen sind etwa 1850 Afghanen, hieß es am Sonntagabend aus dem Auswärtigen Amt. Zudem wurden demnach mehr als 270 Deutsche und mehrere Hundert Menschen aus anderen Ländern ausgeflogen. Wie viele der evakuierten Afghanen Ortskräfte etwa der Bundeswehr waren, ist unklar. Einige von ihnen könnten auch mit Flugzeugen anderer Länder ausgeflogen worden sein.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.