Wegen Sicherheitsproblem: WADA kehrt zu älterem Flaschenmodell zurück

Wegen Sicherheitsproblem: WADA kehrt zu älterem Flaschenmodell zurück

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) kehrt nach den jüngst bekannt gewordenen Sicherheitsproblemen an den Testflaschen für Dopingproben zu einem älteren Modell zurück. Wie die WADA mitteilte, gebe es genug Flaschen, um das Testprogramm bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang (ab 9. Februar), das am Donnerstag startete, durchzuführen. Das Organisationskomitee POCOG und die unabhängige DFSU (Doping Free Sport Unit) stimmten dem Vorschlag der WADA zu. Das gab das IOC bekannt.
Der Umstieg auf das ältere Modell "soll als vorbeugende Maßnahme gesehen werden, die die Integrität des Dopingkontrollprozesses bei den Spielen garantiert", sagte WADA-Direktor Olivier Niggli. Das Modell "BEREG-KIT" der Schweizer Firma Berlinger aus dem Jahr 2016 ist noch bei einigen Anti-Doping-Behörden auf der ganzen Welt im Einsatz.
Alle Dopingproben aus Pyeongchang werden in dem von der WADA zugelassenen Labor in Seoul analysiert. Langfristig werde die WADA mit Berlinger Lösungen für die Zukunft erarbeiten. "Alle diese Maßnahmen werden eingeführt, um sicherzustellen, dass die Athleten weiterhin Vertrauen in das Anti-Doping-System haben", sagte Niggli.
Nach Einschätzung des Heidelberger Sportrechtlers Michael Lehner bleibt das Vertrauen allerdings auch nach der Rückkehr zum alten System erschüttert. "Die ARD-Doku hat klar gezeigt, dass die alten Behälter problemlos kopiert werden können. Diese Maßnahme löst also beileibe nicht alle Probleme", sagte Lehner dem SID.
In der vergangenen Woche hatten Recherchen der ARD-Dopingreaktion das Sicherheitsproblem an den Testflaschen mit dem Namen "BEREG-KIT Geneva" aufgezeigt. Die Hightechflaschen der neuesten Generation ließen sich ohne sichtbare Spuren wiederholt öffnen und sogar fälschen. Einer Manipulation wäre dadurch Tür und Tor geöffnet.