Wegen Problemen im Kosovo gehen die Uhren in Europa derzeit anders

Elektrische Uhren gehen in Europa nach

Wegen mangelnder Stromeinspeisungen im Kosovo gehen seit mehreren Tagen in Europa elektrische Uhren etwa von Radioweckern oder Mikrowellen nach. Die Unterversorgung des europäischen Stromnetzes, über das 25 Staaten verbunden sind, bestehe seit Mitte Januar und hänge mit einem "politischen Problem" zwischen dem Kosovo und Serbien zusammen, sagte Claire Camus, Sprecherin des Verbands Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (Entso-e), der Nachrichtenagentur AFP.

Schon seit Januar gibt es geringe Abweichungen von der normalen elektrischen Frequenz von 50 Hertz in dem europäischen Stromnetz. Derzeit liege die durchschnittliche Frequenz bei 49,996 Hertz. Kurzfristig seien solche Unregelmäßigkeiten kein Problem, sagte Camus. Doch die derzeitige Störung dauere so lange, dass elektrische Uhren mittlerweile fast sechs Minuten Verspätung hätten - außer sie wurden neu gestellt.

Der Engpass im europäischen Stromnetz hängt offenbar mit Streitigkeiten über die Stromversorgung serbischer Enklaven im Kosovo zusammen, wie eine Quelle mit genauer Kenntnis des Falls gegenüber AFP erklärte. Ein Vertreter des serbischen Energieministeriums bezeichnete die Streitigkeit auf Nachfrage als "absurd". Die für das Stromnetz im Kosovo zuständige Behörde hingegen kündigte eine Erklärung an.