Wegen Missbrauchs angeklagter französischer Eiskunstlauftrainer Beyer gestorben

Der wegen Missbrauchs angeklagte frühere französische Eiskunstlauftrainer Gilles Beyer ist gestorben. Der 66-Jährige sei "sehr krank" gewesen, teilte sein Anwalt Thibault de Montbrial am Samstag mit. Mit Beyers Tod würden die Ermittlungen eingestellt, fügte der Anwalt hinzu.

Beyer war im Januar 2021 wegen sexueller Übergriffe in mindestens sechs Fällen angeklagt worden. Auslöser war die Anschuldigung der früheren Paarläuferin Sarah Abitbol, Beyer habe sie als Jugendliche sexuell missbraucht. Dies hatte sie im Februar 2020 öffentlich gemacht.

Der Coach hatte sein Vergehen später zugegeben und die frühere WM-Dritte um Entschuldigung gebeten. Neben Beyer waren auch seine Trainerkollegen Jean-Roland Racle und Michel Lotz von anderen Läuferinnen beschuldigt worden, sich sexueller Übergriffe schuldig gemacht zu haben. Die Vorgänge sollen sich zwischen dem Ende der 1970er und den 1990er Jahren ereignet haben.

Abitbol sagte der französischen Zeitschrift "L'Obs", sie sei "schockiert" über Beyers Tod. "Er geht, bevor er verurteilt werden konnte. Ich hätte mir einen Prozess gewünscht", bedauerte sie.

Auch Beyers Anwalt hätte sich nach eigenen Angaben einen Prozess gewünscht, um Beyer "die Möglichkeit zu geben, sich öffentlich zu äußern". Es sei viel Falsches über ihn gesagt worden und einige wären über seine Aussage vor Gericht "überrascht gewesen", sagte de Montbrial.

Der Fall hatte im Februar 2020 zum Rücktritt des damaligen Präsidenten des französischen Eiskunstlaufverbandes, Didier Gailhaguet, geführt.

kbh/yb