Wegen Martin Kind: Duell der Fans von Hannover 96, Breitenreiter enttäuscht

Hannover 96 bietet seinen Anhängern ein Gespräch mit dem Beirat an, um die Fan-Problematik zu lösen. Auch Präsident und Manager sollen teilnehmen.

Hannover 96 befindet sich sportlich im Höhenflug und hat mit dem Sieg gegen den Hamburger SV zumindest vorübergehend die Tabellenführung der Bundesliga erobert. Abseits des Platzes herrscht jedoch Krisenstimmung.

Grund für die Streitigkeiten ist das Vorhaben von Präsident Martin Kind, die totale Entscheidungsgewalt im Verein zu übernehmen. Wegen seiner langjährigen Tätigkeit kann er eine Lücke der 50+1-Regelung nutzen.

Breitenreiter: "Ein klares Signal gegen die Mannschaft"

Während des Spiels gegen den HSV lieferten sich unterschiedliche Fangruppierungen deshalb einen verbalen Schlagabtausch. Die Ultras in der Kurve skandierten mehrmals "Kind muss weg!", woraufhin andere Fans mit "Ultras raus!" reagierten. Kind sagte mit Blick auf die Gesänge gegen seine Person: "Sie reden von der Liebe zu diesem Verein, dann muss man die Mannschaft auch unterstützen."

Manager Horst Heldt stört das Verhalten der Kind-Gegner: "Die Mannschaft macht keine Politik und wird von Teilen der Fans im Stich gelassen." Ähnlich äußerte sich auch Trainer Andre Breitenreiter, der mit seinem Team starke zehn Punkte in den ersten vier Partien eingefahren hat. Jeder dürfe seine Meinung haben. "Aber dass die Ultras das Stadion verlassen, bevor die Jungs in der Kurve sind, ist ein klares Signal gegen die Mannschaft", sagte der 43-Jährige.

Dieser Streit schwelgt bereits seit Wochen. Ein Vorbereitungsspiel beim FC Burnley musste wegen Ausschreitungen von Hannover-Fans sogar abgebrochen werden. In der Folge war Kind zeitweise unter Polizeischutz gestellt worden.