Wegen Gruppenvergewaltigung in Indien Verdächtiger in Polizeigewahrsam getötet

Proteste gegen die Polizei in Indien

Im Norden Indiens ist ein Mann, der wegen der Gruppenvergewaltigung und Ermordung eines Mädchens festgenommen wurde, im Polizeigewahrsam getötet worden. Der Verdächtige sei in seiner Zelle von einem Mithäftling getötet worden, sagte ein Behördenvertreter am Donnerstag in Shimla im Himalaya-Gebirge. Der Nepalese sei im Krankenhaus für tot erklärt worden.

Nachdem der Tod des Verdächtigen bekannt wurde, versammelten sich hunderte wütende Menschen zu Protesten in der bei Touristen beliebten Region. "Wir wollen Gerechtigkeit", riefen die Demonstranten in Shimla im Bundesstaat Himachal Pradesh. Sie zündeten eine Polizeiwache sowie mehrere Fahrzeuge an.

"Wie kann jemand in Polizeigewahrsam sterben?", kritisierte ein Demonstrant im Fernsehsender NDTV. Zudem sei der Hauptverdächtige in dem Fall der Gruppenvergewaltigung weiter auf der Flucht.

Das tote 16-jährige Mädchen war in einem Wald gefunden worden. Eine Autopsie ergab, dass es von mehreren Männern vergewaltigt und erdrosselt worden war. Die Leiche wies mehrere schwere Verletzungen auf, unter anderem war ein Bein gebrochen. Das Verbrechen löste Entsetzen in der normalerweise ruhigen Gegend aus.

Sechs Verdächtige wurden wegen des Falls festgenommen, doch soll der Hauptverdächtige noch auf freiem Fuß sein.

In Indien sind sexuelle Angriffe auf Frauen und Mädchen weit verbreitet. Jedes Jahr werden fast 40.000 Fälle angezeigt. Experten vermuten, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt, da viele Opfer aus Angst vor sozialer Ächtung schweigen.