Wegen Geldmangel: Front National bietet Abendessen mit Le Pen für 75.000 Euro an

Wer ein Dinner mit Marine Le Pen „ersteigern“ möchte, hat nun die Gelegenheit dazu. (Bild: AP Photo/Michel Spingler)


Die französische Rechtspartei Front National steckt nach dem französischen Präsidentschaftswahlkampf in finanziellen Schwierigkeiten. Nun startete die Partei einen Spendenaufruf. Großzügigen Spendern werden spezielle Belohnungen versprochen. Wer besonders tief in die Tasche greift, bekommt die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Abendessen mit Marine Le Pen.

Wie „Zeit.de“ berichtet, rief Le Pen Parteimitglieder und Anhänger in E-Mails sowie einem Video dazu auf, der Partei einen „patriotischen Kredit zu gewähren“. Mit diesem, so Le Pen, könne man „Frankreich und die Franzosen verteidigen“. Zudem verspricht der Front National für einen „Patriotenkredit“ auf einer eigenen Website „attraktive Zinsen von drei Prozent über zwölf Monate.

Spender, die eine Mindestsumme von 15.000 Euro springen lassen, dürfen an einem nicht weiter genannten Event im Beisein Le Pens teilnehmen. Für 75.000 kann man mit der Spitzenkandidatin der Partei zu Abend essen. Zudem bekommt jeder Spender eine von der Parteichefin signierte Urkunde. Eine Leihgabe an den Front National sei keine triviale, sondern eine bedeutungsvolle Geste des Patriotismus für die Zukunft Frankreichs, heißt es auf der Website www.empruntpatriotique.fr.

Die Partei steht vor dem Problem, dass keine französische Bank sich bereit erklärt, ihr Geld zu leihen. Wie „Welt.de“ berichtet, lieh Le Pen sich aus diesem Grund rund 2,2 Millionen Euro von einer zypriotischen Bank, deren Besitzer ein ehemaliger KGB-Agent sein soll. Insgesamt soll der FN Geld von drei russischen Banken Kredite im Wert von zehn Millionen Euro bekommen haben. Alle drei Banken sind mittlerweile insolvent und werden verdächtigt, zur Geldwäsche gedient zu haben. Zudem muss der Front National zeitnah Leihgaben zurückzahlen.

Darüber hinaus wird laut „Welt.de“ gegen den FN wegen illegaler Wahlkampffinanzierung ermittelt: Seit der Amtsübernahme von Marine Le Pen sollen Kandidaten gezwungen worden sein, Kampagnen-Kits zu erwerben, die mehrere Anbieter weit über dem Marktwert verkauft haben.