Wegen Corona-Pandemie: Die Deutschen schlafen schlechter

Hannah Klaiber
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Eine Studie belegt, was Experten schon länger befürchten: Die Pandemie wirkt sich auf das Schlafverhalten der Deutschen aus. Warum Schlafmangel ein ernstzunehmendes Problem ist und was du dagegen tun kannst.

Viele fühlen sich nach dem Aufstehen derzeit wie gerädert. (Bild: Getty Images)
Viele fühlen sich nach dem Aufstehen derzeit wie gerädert. (Bild: Getty Images)

Abends beginnt das Gedankenkarussell: Laut einer repräsentativen Studie der mhplus Krankenkasse haben rund ein Jahr nach Beginn der Pandemie 64 Prozent der Deutschen Corona-bedingt ihr Schlafverhalten verändert. Weniger Fahrten zur Arbeit, Homeschooling sowie Medienkonsum bis spät in den Abend bringen nicht nur den Tagesrhythmus vieler Menschen durcheinander, sondern auch deren Nachtruhe. Die Folge: Mehr als jeder Zweite hat abends Probleme einzuschlafen und wacht morgens wie gerädert auf.

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Gegenüber "tagesschau.de" bestätigt auch der Schlafforscher Hans-Günter Weeß die Veränderung des Schlafverhaltens: "Viele Menschen nehmen die Sorgen rund um Corona mit ins Bett." Ein- und Durchschlafprobleme seien die Folge, durch die bei vielen Menschen ein chronischer Schlafmangel entstehe. "Der Schlaf kann als wichtigstes Regenerations- und Reparaturprogramm des menschlichen Organismus seine Aufgaben nicht mehr vollständig erfüllen."

Und das kann auf Dauer gefährlich werden: "Schlafmangel erhöht die Anfälligkeit für Infektionen", sagte der Direktor der Klinik für Pneumologie der Evangelischen Kliniken Essen-Mitte, Georg Nilius, gegenüber der dpa. Möglicherweise sei er auch ein Risikofaktor für schwerere Erkrankungsverläufe. Wer schlecht schläft, erhöhe außerdem das Risiko für Herzkreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, so Weeß zu "tagesschau.de". "Auch die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von psychischen Störungen erhöht sich."

Wer sich regelmäßig sportlich betätigt, verbessert auch seine Schlafqualität. (Bild: Getty Images)
Wer sich regelmäßig sportlich betätigt, verbessert auch seine Schlafqualität. (Bild: Getty Images)

Faustregeln zur Orientierung

Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychologie sollten Schlafprobleme ärztlich behandelt werden, wenn sie länger als einen Monat andauern und an den meisten Abenden oder Nächten einer Woche auftreten. Bei Kindern wie Erwachsenen haben die meisten Betroffene Probleme beim Ein- oder Durschlafen. Problematisch wird es laut den Psychologen, wenn eine Person länger als eine halbe Stunde zum Ein- oder Weiterschlafen benötigt und entsprechende Symptome eines Schlafmangels auftreten.

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Das kannst du gegen Schlafprobleme tun:

  • Für unproblematischere Fälle haben die Fachleute diverse Tipps parat, die Betroffenen helfen sollen, leichter in einen wirklich erholsamen Schlaf zu finden:

  • Mit Angehörigen oder Freunden im Austausch bleiben – etwa telefonisch

  • An feste Schlafens- und Aufstehzeiten halten

  • Tagsüber Sport machen/sich ausreichend bewegen

  • Drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen

  • Sich vor dem Einschlafen an mindestens 3 positive Dinge des Tages erinnern

  • Ängste und Sorgen nicht kurz vor dem Schlafengehen, sondern am besten vorher besprechen. Dasselbe gilt für Streit

  • Kein allzu hoher Medienkonsum, nicht im Bett und nicht zu aufregend vor dem Schlafengehen

  • Entspannungstechniken wie Muskelrelaxation oder Phantasiereisen lernen

  • Nicht zu viel Alkohol trinken

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