Wegen Corona deutlich weniger Migration in die EU

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BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Zahlen der Asylanträge sowie der unerwünschten Grenzübertritte in die EU sind im vergangenen Jahr coronabedingt deutlich zurückgegangen. Mit 114 300 irregulären Grenzübertritten zwischen Januar und November habe es ein Sechs-Jahres-Tief gegeben, teilte die EU-Kommission am Freitag mit. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei dies ein Rückgang um zehn Prozent.

Die Anzahl der Asylanträge lag zwischen Januar und Oktober demnach sogar 33 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Insgesamt waren es 390 000 Anträge - 349 000 davon Erstanträge.

Die EU-Kommission veröffentlichte ihre Angaben auf Grundlage neuer Daten etwa der UN, der EU-Statistikbehörde Eurostat oder der EU-Grenzschutzagentur Frontex. Aktuelle Daten zur legalen Migration in die EU sollten zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Allerdings sei auch da ein deutlicher Rückgang zu erwarten, hieß es.

EU-Innenkommissarin Ylva Johansson forderte die EU-Staaten dazu auf, die Zeit für Fortschritte bei der geplanten Asylreform zu nutzen. "Die niedrigeren Migrantenzahlen bedeuten weniger Arbeit für die Asylsysteme, sodass jetzt eine gute Gelegenheit ist, uns auf faire, effiziente und belastbare Maßnahmen zu einigen."

Deutlich weniger Menschen (-74 Prozent) kamen vor allem über die östliche Mittelmeerroute in die EU. Dies sei hauptsächlich auf die geringe Anzahl der Einreisen von der Türkei nach Griechenland zurückzuführen, dürfte sich aber wohl unter anderem aufgrund politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen wieder ändern, hieß es in der Mitteilung der EU-Kommission.

Doch nicht überall gingen die Zahlen zurück. Über das zentrale Mittelmeer nach Spanien und Malta stieg der Wert im Jahresvergleich um 54 Prozent. Auch nach Spanien kamen deutlich mehr Menschen. Besonders betroffen von dem Zuwachs um 46 Prozent waren die Kanarischen Inseln.