Wegen Bikini-Verzicht: Deutsche Beach-Duo boykottiert Turnier

SPORT1
·Lesedauer: 2 Min.

Das wollen sie sich nicht bieten lassen - und praktizieren deshalb einen Turnier-Boykott:

Die deutschen Beach-Volleyballerinnen Karla Borger und Julia Sude lassen die angedachte Teilnahme beim World-Tour-Turnier im März in Katar sausen - wegen aus ihrer Sicht nicht akzeptablen Kleidervorschriften vor Ort.

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Hintergrund: Die katarischen Behörden hatten für die Wettkämpfe verfügt, dass Spielerinnen in Shirts und knielangen Hosen im Sand agieren sollen - und nicht wie sonst üblich im Sport-Bikini.

"Wir wollen das nicht mittragen", sagten Borger und Sude nun dem SPIEGEL. Sude ergänzte: "Es geht gar nicht um wenig anhaben oder nicht. Es geht darum, dass wir in unserer Arbeitskleidung nicht unsere Arbeit machen können."

Beachvolleyball: Katar-Turnier mit Kleidervorschriften

Beachvolleyball sei "verdammt anstrengend", meinte Borger weiter. "Wir passen uns in jedem Land an, wo wir können. Wir sind dazu auch bereit. Aber du bist da in der Hitze nur am Triefen."#

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Der Deutschen Volleyball-Verband zeigte sich solidarisch mit den Weltrangliste-16., wie auch ein Verbandssprecher im SPIEGEL bekräftigte: "Wir haben Respekt vor der Entscheidung von Karla und Julia und können diese absolut nachvollziehen."

Die Teilnahme an dem Turnier im muslimischen Katar steht in diesem Jahr erstmals auch Frauen offen - bisher war das nur Männern vorbehalten. (NEWS: Alles zum Beachvolleyball)

Der Weltverband FIVB teilte auf Spiegel-Nachfrage mit, man "respektiere die Kultur und Traditionen des Gastgeberlandes".

Sude und Borger sauer über Kleidervorschriften

Besonders ärgert das deutsche Duo, dass mit zweierlei Maß gemessen werde. "Bei der Leichtathletik-WM 2019 sind die Sprinterinnen auch in ihrer normalen Arbeitskleidung zu ihrem Job angetreten", sagte Sude. Auf Nachfrage habe es geheißen, dass es damals eine Sondergenehmigung vom Königshaus gab.

Borger und Sude haben ihr Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio über die Rangliste so gut wie sicher. "Wir konnten uns entscheiden, und wir haben uns dagegen entschieden", sagte Sude.

Borger meinte: "Klar, wenn es meine ersten Spiele wären, würde ich vielleicht alles unterwerfen. Aber irgendwo gibt es auch gesellschaftliche Grenzen."