Wegen Anschlagsplanungen festgenommene Syrer äußern sich zu Vorwürfen

Die unter dem Verdacht von Anschlagsplanungen in Deutschland festgenommenen sechs mutmaßlichen Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) haben gegenüber den Ermittlern ausgesagt. Die Syrer hätten "sich allesamt eingelassen zu den Vorwürfen", sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Zu den Inhalten der Aussagen äußerte er sich allerdings nicht.

Ob Haftbefehle gegen die Festgenommenen beantragt würden, stehe weiterhin nicht fest, sagte der Sprecher. Es gebe dazu noch "keine abschließende Bewertung". Die Auswertung beschlagnahmter Datenträger und Mobiltelefone dauere an und werde "unter Hochdruck forciert". Dies sei aufwändig, weil es um große Datenmengen gehe und sowohl mündlich als auch schriftlich gedolmetscht werden müsse.

Die sechs Männer waren am Dienstag in Essen, Kassel, Hannover und Leipzig festgenommen worden. Sie werden verdächtigt, "einen Anschlag mit Waffen oder Sprengstoff auf ein öffentliches Ziel in Deutschland vorbereitet zu haben". Die Anschlagsplanung soll aber noch nicht abgeschlossen gewesen sein. Medien berichteten über geplante Anschläge in Essen, was aber unbestätigt blieb.

Die Ermittlungen richten sich laut der Generalstaatsanwaltschaft gegen sechs Syrer im Alter zwischen 20 und 28 Jahren. Vier von ihnen halten sich demnach seit Dezember 2014 und zwei seit dem Spätsommer 2015 als Asylbewerber in Deutschland auf. Sie werden der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat verdächtigt.