Weg für Einstieg von Softbank bei Uber ist frei


Nachdem die Fusion mit T-Mobile USA mit seinem US-Mobilnetz Sprint gescheitert ist, hat Softbank-Chef Masayoshi Son nun die Chance auf einen anderen spektakulären Milliardendeal: Der zerstrittene Vorstand der Ridesharing-App Uber hat sich am Sonntag darauf geeinigt, die konkreten Verhandlungen mit dem japanischen Riesen und dem Investmentfonds Dragoneer aufzunehmen. Im Raum steht allein eine Beteiligung von Softbanks von bis zu zehn Milliarden US-Dollar. 

Damit scheinen sich zwei lange gehegte Wünsche von Uber-Gründer Kalanick und der japanischen Investorenlegende Son zu erfüllen. Der aus dem Amt des Firmenchefs gejagte Kalanik rückt wieder näher ans Steuerrad. Und Son, der mit dem Softbank Vision Fund den größten Investmentfonds der Welt dirigiert, rundet seine globale Ride-Sharing-Strategie ab. 

Softbank besitzt schon Anteile an Uber-Rivalen, allen voran Didi, dem chinesischen Marktführer in diesem Bereich. Nur in den USA klaffte eine Lücke. Und Kalanick legt mit dem Geld aus Japan einen endlich einen Streit im Vorstand bei. 

Der Uber-Vorstand hatte eigentlich schon vor mehr als einem Monat beschlossen, Softbank als weiteren Fahrgast mitzunehmen. Aber die Verhandlungen stotterten, weil der Wagniskapitalgeber Benchmark und Kalanick sich stritten. 


Doch nach Informationen von Reuters hat Benchmark sich nun bereit erklärt, eine im August eingereichte Klage gegen Kalanick fallen zu lassen, sobald Softbanks Gelder geflossen sind. Mit der wollten der Investor die Rolle des Gründer schwächen oder ihn ganz aus dem Vorstand drängen. Doch nun kann sich der Fund sich auszahlen lassen. 

Ermöglicht wird dies durch die Struktur des Deals. Medienberichten zufolge wird ein von Softbank geleitetes Konsortium bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar an frischen Kapital in Uber schießen. In einer zweiten Stufe wollen die Japaner von bestehenden Investoren und Angestellten zu einem etwas niedrigeren Kurs bis zu 17 Prozent an dem mit 68 Milliarden US-Dollar bewerteten Ride-Sharing-Vermittler aufkaufen. 


Ein Neustart für Uber

Die Beobachter sind nach Skandalen um Sexismus und andere Unzulänglichkeiten bei Uber elektrisiert. „Der Softbank-Deal erlaubt einen vollständigen Neustart“, sagt der Uber-Investor und politische Berater Bradley Tusk zu Reuters. Denn mit dem Einstieg der Japaner wird auch eine die Corporate Governance reformiert. 

So sollen Regeln, die Kalanick und seinen Alliierten überproportional große Stimmrechte gaben, abgeschafft werden. Außerdem ist geplant, die Zahl der Vorstände auf 17 zu erhöhen und dafür oft firmenfremde Fachleute zu holen. 


Noch ist der Einstieg Softbanks allerdings nicht vollständig perfekt. Erst vorige Woche erklärte Softbank-Gründer Son, dass die konkreten Bedingungen letztlich über seinen Einstieg entscheiden würden. Immerhin ist sein Interesse ernst. So hat er zwischen Uber und dem Lokalrivalen Lyft geschwankt. Aber er sagte, dass Uber trotz der Managementkrise „eine gute Firma“ sei. 

Außerdem ist offen, wie genau er den Deal finanzieren wird: Direkt durch Softbank oder den Softbank Vision Fund. Aber für Uber ist schon die Bereitschaft der Japaner ein gutes Zeichen. „Wir glauben, dass diese Vereinbarung ein starker Vertrauensbeweis in Ubers langfristiges Potenzial ist“, teilte ein Uber-Sprecher mit.