Wechsel zu Real Madrid? Neue Episode im Lewandowski-Theater

Tommy Gaber
Editor Yahoo Sports

Am Wochenende wurde das Interesse von Real Madrid an Robert Lewandowski offiziell dementiert. Doch das Wechsel-Theater hat wenige Tage später wieder Fahrt aufgenommen. Real-Coach Zidane spielt dabei die Hauptrolle. Und als möglicher Lewy-Ersatz bei Bayern taucht ein neuer Name auf. 

Robert Lewandowski spielt seit 2014 für den FC Bayern München.

 

Vergangenen Samstag vibrierte das Smartphone von Karl-Heinz Rummenigge. New Message aus Spanien. Absender der SMS war Real Madrids Präsident Florentino Perez. Den Inhalt der Mitteilung dürfte Bayerns Vorstandsvorsitzender mit Erleichterung zur Kenntnis genommen haben. Perez stellte nämlich klar, dass sein königlicher Klub weder irgendwelche Gespräche oder gar Verhandlungen mit Robert Lewandowski oder einem seiner Berater geführt und darüber hinaus im Moment auch kein Interesse an einer Verpflichtung des polnischen Stürmers habe.

Damit entkräftete Perez eine Meldung von “El Mundo Deportivo” vom Vortag. Die täglich erscheinende Sportzeitung hatte von einer Einigung zwischen Real und Lewandowski über einen bevorstehenden Wechsel berichtet.

Was in der SMS leicht zu überlesen ist, stellt aber eine wesentliche Information da. Perez schrieb “im Moment”. Das mag für letzten Samstag gegolten haben, ist aber vier Tage schon nicht mehr aktuell.

Kane ist Real zu teuer

Wie mehrere spanische Medien, allen voran die Real-nahe Zeitung “AS” am Mittwoch berichten, will Madrids Trainer Zinedine Zidane Lewandowski für die nächste Saison verpflichten. Demnach habe sich das Interesse der Königlichen an Harry Kane zerschlagen, da der Spieler von Tottenham Hotspur schlicht und ergreifend zu teuer sei. Und die Mär eines Wechsels von Neymar von Paris nach Madrid, verbunden mit einem irrwitzigen Transfervolumen von 400 Millionen Euro, glaubt in Madrid so recht sowieso niemand.

Bleibt also Robert Lewandowski. Der Mann, der Real einst mit einem Viererpack aus der Champions League warf. Das ist mittlerweile fünf Jahre her, doch die Zahl der Fürsprecher Lewandowskis ist in Madrid nicht weniger geworden. Cristiano Ronaldo soll sich intern schon des Öfteren für den 29-Jährigen stark gemacht haben.

Lewandowski hat seine Karriere penibel geplant und auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass er irgendwann für die ganz Großen des Weltfußballs spielen will. Dortmund war sein Sprungbrett in Europa, der Wechsel nach München logischer Folgeschritt. Über dem FC Bayern stehen nicht viele Klubs, Real Madrid gehört aber zweifelsohne dazu.

100 Millionen Euro für Lewandowski marktgerecht

Den Berater-Wechsel zu Pinhas Zahavi, dem wohl mächtigsten Schattenmann des europäischen Fußballs, werteten viele Experten als Indiz für Lewys Wunsch, so schnell wie möglich München verlassen zu können, unabhängig von seinem bis 2021 laufenden Vertrag. Zahavi machte einst Roman Abramowitsch den Einstieg als Investor beim FC Chelsea schmackhaft und fädelte den Weltrekord-Transfer von Neymar nach Paris ein. Jetzt soll er also Lewandowski vertickern.

Nach kicker-Informationen hat der FC Bayern schon vor geraumer Zeit intern beschlossen, dass man seine Nummer neun die Freigabe für einen Wechsel im Sommer verweigern will. Es sei denn, die Ablösesumme liegt im dreistelligen Millionenbereich. 100 Millionen Euro für einen Spieler wie Lewandowski sind schon lange keine Utopie mehr und absolut marktgerecht.

Zuletzt soll Lewandowski in München unzufrieden mit seinen Einsatzzeiten gewesen sein. So verzichtete Trainer Jupp Heynckes in den letzten vier Auswärtsspielen der Bundesliga in der Startelf auf den Polen und ließ Vertreter Sandro Wagner stürmen. Der zahlte das Vertrauen mit Toren zurück; seit seiner Rückkehr im Januar traf Wagner bereits fünf Mal.

Möglicher Ersatz: Mohamed Salah

Die Back-up-Position im Sturm der Münchner sitzt, insofern wäre ein Verlust von Lewandowski leichter zu verschmerzen. Beim Abwägen von für und wider eines Transfers, vor allem hinsichtlich der im Raum stehenden Ablösesumme, spielt auch das Alter des Stürmers eine Rolle. Lewandowski wird im August 30, was 100 Millionen Euro und mehr noch attraktiver macht.

Bleibt die Schwierigkeit, adäquaten, bezahlbaren Ersatz zu finden. Ein neuer Name taucht auf: Mohamed Salah. Der Ägypter schießt derzeit in der Premier League und der Champions League mit dem FC Liverpool alles kurz und klein. Letztes Wochenende schnürte Salah seinen ersten Viererpack im Trikot der Reds.

Salah kam im Sommer 2017 für 35 Millionen Euro vom AS Rom nach Liverpool, sein Marktwert hat sich seitdem mehr als verdoppelt. Theoretisch würden es sich aber lohnen, die 100 Millionen für Lewandowski gleich in Salah zu reinvestieren.

Deal mit James?

Laut der “AS” würde Real die Transfersumme für Lewandowski gerne mit James Rodriguez verrechnen. Der Kolumbianer ist derzeit an die Bayern ausgeliehen, für 42 Millionen Euro können die Münchner den Mittelfeldspieler kaufen.

Es ist viel Theorie im Spiel, wenn es um den möglichen Wechsel von Lewandowski zu Real Madrid geht. Durch das Ok von Zinedine Zidane hat die Sache aber wieder Fahrt aufgenommen.