Nach Hängepartie: Köln sagt Heldt ab

Reinhard Franke
Horst Heldt wird weiterhin die Berufskleidung von Hannover 96 tragen

Der 1. FC Köln hat die Hängepartie um Horst Heldt beendet. 

Der Tabellenletzte der Bundesliga nahm von einer Verpflichtung des Sportchefs, der bei Hannover 96 unter Vertrag steht, in einer Pressemitteliung am späten Donnerstag-Nachmittag Abstand. 

"Nachdem Horst Heldt Interesse an einem Wechsel nach Köln signalisiert hatte, haben wir mit ihm ein erstes Gespräch über eine mögliche Zusammenarbeit geführt. Voraussetzung für weitergehende Gespräche war jedoch immer, dass Horst Held eine angemessene Möglichkeit findet, sein bis 2020 laufendes Vertragsverhältnis bei Hannover 96 zu beenden", erklärte Kölns Präsident Werner Spinner. 

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Heldt will in Hannover bleiben

Bis Donnerstag sei Heldt dies jedoch nicht gelungen: "Aus Respekt vor Hannover 96 haben wir daher zu diesem frühen Zeitpunkt entschieden, die Gespräche nicht weiter zu verfolgen, um die gegenseitigen Verhältnisse nicht zu beschädigen." 

Heldt kommentierte die Absage in einer Stellungnahme von Hannover 96 folgendermaßen: "Nach den guten Gesprächen mit Martin Kind, in denen er mir ausführlich aufgezeigt hat, wie wir gemeinsam die Zukunft von Hannover 96 gestalten wollen, stand für mich außer Frage, dass ich meine Arbeit in Hannover fortsetzen möchte. Danach war ein Wechsel kein Thema mehr."

Klubpräsident Kind zeigte sich erfreut von der Entwicklung. Es sei "konsequent, dass der 1. FC Köln dies nun anerkennt und seine intensiven Bemühungen um Horst Heldt einstellt."

Spiel auf Zeit

Vor der Absage von Kölner Seite hatte Heldt öffentlich auf Zeit gespielt. "Ich kann Ihnen heute weder das eine noch das andere verkünden", hatte Heldt auf der Pressekonferenz der Niedersachsen erklärt.

"Herr Kind hat klar untermauert, dass er mir keine Freigabe geben wird. Ich habe ihn aber auch nicht um eine Freigabe gebeten. Wir sind weiter im Austausch. Und am Ende vom Tag ist es auch für mich ein Denkprozess."


Köln für Heldt eine Herzensangelegenheit

Er habe einen Vertrag, den 96-Boss Kind erfüllt haben will. "Das gilt es erst einmal zu respektieren. Ich habe eine Verantwortung Hannover 96 gegenüber - dem Verein, mit dem ich aufgestiegen bin."

Aber Köln sei für ihn nun einmal ein "Verein, der mir wie kein anderer am Herzen liegt". Und daher mache er sich "Gedanken, wie so eine Zusammenarbeit aussehen könnte". Mit der Absage der Kölner dürfte das Thema nun aber endgültig vom Tisch sein. 

Klare Haltung von Kind

Bei SPORT1 hatte Kind schon am Montag erklärt, dass ein Werben der Kölner vergeblich sei und Heldt bei 96 bleibe.

Dem Vier-Augen-Gespräch zwischen Kind und Heldt am Montag war am Mittwoch eine weitere vierstündige Unterredung gefolgt. Offenbar kamen Kind und Heldt, der zwischen 1987 und 1995 als Spieler für den FC spielte, dabei nicht auf einen finalen gemeinsamen Nenner. 

Heldt hat bei den Niedersachsen noch einen Vertrag bis 2020.