WeChat Pay startet in Deutschland

Chinas Internetkonzerne expandieren mit Macht nach Europa. Am Münchner Flughafen können Kunden bald mit der Bezahl-App des chinesischen Chatdienstes WeChat einkaufen.


Im Juli vergangenen Jahres war es AliPay, der Bezahldienst des chinesischen Internetriesen Alibaba – jetzt zieht Konkurrent WeChat nach. Ab sofort können Kunden in 70 Geschäften am Münchner Flughafen auch mit der App des Chatdienstes aus China bezahlen. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen. WeChat ist eine Tochter von Tencent, einem der fünf größten Internetkonzerne der Welt. Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz im südchinesischen Shenzhen nahe Hongkong.



WeChat Pay hat rund 600 Millionen Nutzer und damit, gemessen am Zahlungsvolumen, in China einen Marktanteil von 40 Prozent.
Die deutschen Einzelhändler, die künftig WeChet Pay akzeptieren, dürfen sich auf kräftige Umsatzzuwächse einstellen. Jedes Jahr kommen etwa zwei Millionen chinesische Touristen nach Deutschland. Im Jahr 2015 gaben Reisende aus China im Ausland 292 Milliarden Dollar aus.

Schon die Einführung des Bezahldienstes AliPay im vergangenen Jahr bescherte den Einzelhändlern am Münchner Flughafen einen kräftigen Schub: Allein in der ersten drei Monaten haben sich die Durchschnittsausgaben chinesischer Touristen in den angeschlossenen Geschäften verdoppelt. Sowohl AliPay als auch WeChat Pay planen, mit weiteren Einzelhändlern in Deutschland zusammen zu arbeiten.
Die technische Abwicklung der Transaktionen der chinesischen Bezahldienste erledigt der Technologiekonzern Wirecard aus Aschheim bei München.