WDR: Fahrverbote helfen in Städten am Rhein kaum gegen Stickoxidbelastung

Diesel-Fahrverbote würden einer Untersuchung zufolge in vielen Städten am Rhein kaum gegen die Stickoxidbelastung helfen. Eine bisher unveröffentlichte Studie der Universität Duisburg Essen verweist auf die Belastung durch die Binnenschifffahrt, wie das WDR-Politikmagazin "Westpol" am Sonntag vorab berichtete.

Für die Studie wurden demnach verschiedene Szenarien verglichen. Unter anderem wurde untersucht, wie sich die Stickoxidbelastung verändern würde, wenn es im Jahr 2030 keine Diesel-Autos mehr gäbe. Die Stickoxidwerte, die der Straßenverkehr freisetzt, würden danach zwar deutlich sinken. Dies helfe den Städten am Rhein aber nur wenig, erklärte Michael Schreckenberg, Gutachter der Studie. "Selbst wenn ich alle Dieselfahrzeuge in Benziner umwandeln würde, würden entlang der Rheinstrecke die Belastungen durch Schiffe noch erheblich sein."

Die hohe Stickoxidemission der Rheinschiffe habe man bisher nicht ausreichend im Blick gehabt, sagte Schreckenberg dem Magazin. Fahrverbote sind aus seiner Sicht keine Lösung für die aktuellen Probleme.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Februar entschieden, dass Städte wegen erhöhter Stickoxidkonzentrationen Fahrverbote für Dieselautos verhängen dürfen. Dabei muss demnach aber die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.