WDH: Unmut bei IG Metall über geplante Einschnitte bei Siemens

dpa-AFX

(Tippfehler in der Überschrift behoben: Einschnitte)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die IG Metall hat mit Unmut auf Pläne für weitere Einschnitte in zwei Sparten des Elektrokonzerns Siemens reagiert. "Wir bewerten es als unsäglich, dass erneute tausende Mitarbeiter auf diese Weise verunsichert werden", sagte ein IG-Metall-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa am Donnerstag in München. Sollte Siemens tatsächlich massive Einschnitte in Standorte und Beschäftigung planen, werde die Gewerkschaft das nicht widerstandslos hinnehmen, sondern gemeinsam mit den Betriebsräten und Belegschaften Gegenwehr leisten.

Das "manager magazin" hatte unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, dass nach internen Planungen von Siemens bis zu elf der 23 Standorte der Kraftwerkssparte Power & Gas geschlossen oder verkauft werden sollten. Dies könne man zwar nicht bestätigen, sagte der Gewerkschaftssprecher, man erwarte aber zeitnah eine Erklärung des Siemens-Vorstandes. Auch nach dpa-Informationen könnten durch diese und weitere Einsparungen in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe, für die Konzernchef Joe Kaeser erst kürzlich ebenfalls auf weitere Einsparungen eingestimmt hatte, tausende Jobs wegfallen. Dem Vernehmen nach sind aber noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen worden.

Falls tatsächlich vor allem die Kraftwerkssparte von geplanten Einschnitten betroffen sei, habe die IG Metall dafür kein Verständnis, sagte der Sprecher. Zum einen werde bereits ein Sparprogramm in der Sparte umgesetzt, das offenbar die versprochene Wirkung weit verfehle. "Zum anderen rechnen wir im November mit einem sehr stattlichen Gewinn für das Gesamtjahr. Dann muss es einem Unternehmen wie Siemens auch einmal möglich sein, potenzielle Probleme zu ertragen, bis eine wirklich tragfähige und nachhaltige Lösung gefunden ist."