WDH: Scholz setzt trotz Krieges weiterhin auf Globalisierung

(Buchstaben in Überschrift ergänzt)

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) setzt trotz des Krieges in der Ukraine und dessen Folgen weiterhin auf wirtschaftliche Globalisierung. Er wende sich "gegen all diejenigen, die jetzt die Idee der Deglobalisierung nach vorne stellen", sagte Scholz beim traditionellen Arbeitgebertag am Dienstag in Berlin. "Wir werden das nicht tun."

Der Kanzler sprach sich für eine weitere Diversifizierung aus. Es gebe viele einflussreiche Länder im Süden Amerikas, in Afrika und ganz besonders in Asien, mit denen weiter zusammengearbeitet werden solle, erläuterte er. "Dann schaffen wir auch die Grundlage dafür, dass wir weiter eine globale Zusammenarbeit in der Weltwirtschaft haben und dass deutsche Unternehmen mit ihren Fähigkeiten und Kompetenzen davon profitieren können", sagte Scholz. "Seien Sie sicher, das ist die Strategie der Bundesregierung." Man wolle sich nicht nur auf sich selber beschränken, sondern die Potenziale der Welt gemeinsam nutzen.

Zuvor hatte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger die Deglobalisierung als einen der wesentlichen Preistreiber bezeichnet. "Durch die Corona-Krise, den Ukraine-Krieg und vor allem auch die ungewisse Entwicklung in China reißen Lieferketten ab", sagte Dulger. "Das treibt die Kosten und das trifft Deutschland besonders." Wegen der Deglobalisierung müsse in Zukunft mit anhaltend hohen Inflationsraten gerechnet werden.