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WDH/ROUNDUP: Beiersdorf will auch 2023 zulegen - Nur stabile Dividende

(Wochentag im ersten Satz des zweiten Absatzes berichtigt)

HAMBURG (dpa-AFX) - Eine gute Nachfrage hat den Konsumgüterkonzern Beiersdorf DE0005200000 im vergangenen Jahr angetrieben. Der Dax-Konzern konnte laut einer Mitteilung vom Mittwoch Umsatz und Gewinn deutlich steigern. Für das laufende Jahr peilen die Hamburger weitere Zuwächse an. Trotz der guten Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr will das Unternehmen die Dividende mit 70 Cent nur stabil halten. Analysten hatten mit einer moderaten Anhebung auf 72 Cent gerechnet.

Am Aktienmarkt kam dies zunächst nicht gut an. Die Aktie gab im frühen Handel am Mittwoch knapp zwei Prozent nach. Beiersdorf lasse die Dividende nun bereits seit etlichen Jahren unverändert, monierte Analystin Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan. Dabei hätten die Hamburger selbst zuvor eine mögliche Erhöhung der Ausschüttung in Aussicht gestellt. Auch generell fehlten weitere Aussagen zu künftigen Ausschüttungen an die Aktionäre etwa in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen, ergänzte der Experte Bruno Monteyne vom US-Analysehaus Bernstein Research.

"Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten verzeichnen wir ein zweistelliges organisches Umsatzwachstum", sagte Unternehmenschef Vincent Warnery am Mittwoch bei Vorlage der Jahreszahlen. Dabei hätten die Hautpflegemarken Eucerin und Aquaphor drei Jahre früher als erwartet erstmals einen nominalen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro erzielt.

2022 sei in vielerlei Hinsicht anspruchsvoll gewesen, schrieb der Beiersdorf-Chef im Geschäftsbericht. Der Krieg in der Ukraine, die geopolitischen Umbrüche, hohe Inflationsraten und dramatische Kostensteigerungen sowie zahlreiche Engpässen in der Lieferkette hätten das vergangene Jahr geprägt. Auch 2023 werde es zahlreiche Verwerfungen an den Märkten und Unsicherheiten geben.

Für das laufende Jahr rechnet der Dax-Konzern mit einem Umsatzplus aus eigener Kraft im mittleren einstelligen Bereich, wie Beiersdorf in Hamburg mitteilte. Dabei sind Währungs- sowie Portfolioeffekte ausgeklammert. Die bereinigte operative Marge (Ebit-Marge) soll etwas über dem Vorjahreswert herauskommen. Während sich die Marge für die Sparte Consumer um 50 Basispunkte auf 12,8 Prozent verbessern soll, erwartet das Unternehmen für das Geschäft mit Tesa aufgrund geplanter Investitionen etwa in die Digitalisierung eine Marge leicht unter dem Vorjahreswert von 16,7 Prozent.

2022 legten die Erlöse auch dank Preiserhöhungen um 15,4 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro zu. Aus eigener Kraft lag das Plus bei 10,2 Prozent. Damit ging das Wachstum im vierten Quartal leicht zurück, nachdem in den ersten neun Monaten noch ein organisches Wachstum von 11,1 Prozent zu Buche gestanden hatte.

Dabei kann Beiersdorf auf eine anhaltend starke Entwicklung bei Derma-Produkten wie Eucerin oder Aquaphor blicken, auch Nivea wartet mit robusten Zuwächsen auf. Stark wachsen konnte das Unternehmen in Nord- und Südamerika. Die Luxuspflegemarke La Prairie sei hingegen im vierten Quartal erneut durch die Teillockdowns in China beeinträchtigt worden, hieß es. Im Gesamtjahr konnte das Unternehmen knapp zwei Prozent mehr mit der Luxuspflegemarke umsetzten.

Das Geschäft mit Tesa profitierte im vergangenen Jahr unter anderem von einem guten Elektronikgeschäft in Asien und einer deutlichen Erholung im Geschäft mit den Automobilherstellern.

Das bereinigte operativen Ergebnis (Ebit) legte um knapp 17 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro zu. Die entsprechende Marge betrug 13,2 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 771 Millionen Euro nach 655 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die Zahlen fielen in etwa aus, wie Analysten erwartet hatten./mne/knd/
tih