WDH/ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax nähert sich dem Rekordhoch

(In der Überschrift wird ergänzt, dass es sich um den Schlussbericht handelt)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Neue Entwicklungen in Sachen Coronavirus und Zollstreit haben Anleger am Donnerstag in ihrer jüngsten Kauflaune bestärkt. Der deutsche Leitindex Dax <DE0008469008> endete mit einem Plus von 0,72 Prozent bei 13 574,82 Punkten, womit er von seinem jüngsten Rekordhoch nicht mehr allzu weit entfernt ist. Seit seinem Zwischentief in der vergangenen Woche hat er wieder 4,6 Prozent dazugewonnen. In der zweiten deutschen Börsenliga ging es für den MDax <DE0008467416> am Donnerstag um 0,45 Prozent auf 28 908,75 Zähler nach oben.

Noch immer verbreitet sich das Coronavirus mit jedem Tag schneller. "Mittlerweile beginnen die Börsen aber, auf einen Durchbruch bei der Bekämpfung der Krankheit zu hoffen", kommentierte Analyst Tobias Basse von der NordLB. Die Hoffnung ist medizinischer Art: Wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, wurde das amerikanische Anti-Virus-Medikament Remdesivir zur Behandlung von Erkrankten für klinische Versuche zugelassen.

Im US-chinesischen Handelsstreit wurde positiv gewertet, dass China mit einer Verringerung von US-Strafzöllen auch die Abgaben auf US-Waren im Wert von 75 Milliarden US-Dollar halbieren will. Laut Marktanalyst David Madden von CMC Markets nimmt dies in Zeiten der Viruskrise etwas Druck von der chinesischen Wirtschaft. Er sieht darin einen Schachzug, um Investoren von der sich verschärfenden Gesundheitskrise abzulenken.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx <EU0009658145> stieg um 0,73 Prozent, der Pariser Cac 40 <FR0003500008> um 0,88 Prozent und auch der Londoner FTSE 100 <GB0001383545> legte zu. Auch an der chinesischen Börse hatte sich die Erholung zuletzt weiter fortgesetzt. In New York erklomm der Dow Jones Industrial <US2605661048> darüber hinaus am Donnerstag für kurze Zeit einen neuen Rekord. Zuletzt ging ihm allerdings etwas die Luft aus.

Besonders kräftig nach oben ging es in Europa am Donnerstag für die Banken. Den größten Schub erhielt dabei die Deutsche Bank <DE0005140008>, an der von nun an die US-Investmentgesellschaft Capital Group als neuer Großinvestor beteiligt ist. Die Aktie der Frankfurter kletterte in der Dax-Spitze um fast 13 Prozent nach oben und war damit nach langer Zeit wieder deutlich mehr als neun Euro wert. Auch bei der Unicredit <IT0004781412> gab es einen Kurssprung, nachdem das italienische Kredithaus die Erwartungen in Bezug auf die harte Kernkapitalquote und die Vermögensqualität im vierten Quartal übertroffen hatte. Die Aktie gewann am Donnerstag rund 8 Prozent dazu. Im MDax war die Commerzbank-Aktie mit einem Plus von 3,39 Prozent größter Favorit.

Auch Stahlwerte waren gefragt, angetrieben von einem optimistischen Ausblick des Konkurrenten ArcelorMittal <LU0323134006>. Thyssenkrupp <DE0007500001> erholten sich im MDax um 2,70 Prozent von ihrem Tief seit September. Salzgitter und Klöckner & Co <DE000KC01000> legten im SDax <DE0009653386> um rund 4 sowie um 1,72 Prozent zu. Die Arcelor-Aktie schoss in Paris um rund 11 Prozent nach oben.

Am Dax-Ende befand sich die Siemens <DE0007236101>-Aktie, die allerdings nur optisch deutlich abgeschlagen war. Sie wurde um die Dividendenzahlung von 3,90 Euro bereinigt gehandelt.

Cancom <DE0005419105>-Aktien knickten erst deutlich um bis zu 7 Prozent ein, relativierten den Abschlag dann aber auf etwa 2 Prozent. Nach einem Rekordhoch am Vortag nahmen hier Anleger erst einmal Gewinne mit. Händler monierten bei den vorgelegten Geschäftszahlen die Umsatzentwicklung des IT-Dienstleisters mit leicht verfehlten Erwartungen.

Weitere Zahlenvorlagen wie etwa vom Großküchenausrüster Rational <DE0007010803>, dem Versicherer Talanx <DE000TLX1005> und dem Lichtkonzern Osram <DE000LED4000> wurden von Anlegern mit Anstiegen von etwa 1 bis 2 Prozent honoriert.

Verglichen mit dem Referenzkurs vom Vortag hat sich der Euro <EU0009652759> am Donnerstag leicht im Minus bewegt. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,0978 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1003 (Mittwoch: 1,1023) Dollar festgesetzt.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen fielen in der Tendenz. Die gegenläufige Umlaufrendite stieg daher von minus 0,38 Prozent am Vortag auf minus 0,36 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> fiel um 0,05 Prozent auf 144,53 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> legte um knapp 0,10 Prozent auf 173,90 Zähler zu./kro/fba

--- Von Timo Hausdorf und Karolin Rothbart, dpa-AFX ---