WDH/Ramelow: Gleichstellung für Geimpfte, Genesene und Getestete

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(Im ersten Absatz, letzter Satz muss es richtig heißen: "...dass Getestete, Genesene und Geimpfte gleichgestellt werden".)

ERFURT (dpa-AFX) - Beim Termin-Shopping oder dem Zutritt zur Bundesgartenschau sollen Menschen 14 Tage nach ihrer vollständigen Impfung in Zukunft negativ getesteten Personen gleichgestellt werden. Das stellte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Montag nach einem Impfgipfel von Bund und Ländern in Aussicht. "In diesem Zusammenhang ist von besonderer Bedeutung, dass wir jetzt in Thüringen in der Landesverordnung regeln, dass Getestete, Genesene und Geimpfte gleichgestellt werden", sagte Ramelow.

Dies solle für Geimpfte und für Genesene zumindest erst einmal für sechs Monate nach überstandener Krankheit oder der vollständigen Impfung gelten. Bisher sehen die Bundesregelungen vor, dass zum Beispiel beim Besuch der Bundesgartenschau auch Geimpfte einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen müssen. Dies soll sich in Zukunft ändern.

Ob vollständig Geimpfte im Vergleich zu nicht Geimpften allerdings auch noch andere Freiheiten zurück erhalten, ließ Ramelow zunächst noch offen. "Wir werden auch nur das gleichstellen, was man gleichstellen kann", sagte Ramelow.

Allerdings kündigte der Linke-Politiker an, dass auch in Alten- und Pflegeheimen vollständig Geimpfte zu negativ Getesteten gleichgestellt werden sollen. Auch hier soll es Befristungen nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts geben. Bisher gibt es in diesen Einrichtungen in Thüringen für das gesamte Personal eine Testpflicht.

Ab spätestens 4. Mai soll nach Ramelows Worten unter bestimmten Voraussetzungen auch Sport von Kindern und Jugendlichen in Gruppen von bis zu fünf Teilnehmern wieder möglich sein. Das Sportministerium sei dazu mit dem Landessportministerium in Gesprächen. Auf jeden Fall wolle man die bundesrechtlichen Regelungen dazu umsetzen.

Ramelow äußerte sich nach den Beratungen von Bund und Ländern optimistisch, dass die Impfpriorisierung in Thüringen schon bald aufgehoben werden könnte. "Es ist durchaus zu erwarten, dass wir im Mai und Juni ein starkes Anwachsen des Impfens haben werden", sagte Ramelow.

Er rechnete vor, dass bundesweit in den Monaten Mai und Juni rund 80 Millionen Impfdosen allein der Hersteller Biontech <US09075V1026>/Pfizer und Moderna <US60770K1079> zu erwarten seien. "Für mich ist heute der Tag, wo ich sage, ich sehe endlich ausreichend Licht am Ende des Tunnels", sagte Ramelow.

Dabei entfielen 50 Millionen Dosen auf Biontech/Moderna. Wie viel Impfstoff von Astrazeneca <GB0009895292> und Johnson & Johnson <US4781601046> komme, sei noch nicht klar. "Das sind unsere Joker", sagte Ramelow.

Wann die bisher bestehende Priorisierung beim Impfen wegfallen kann, sei aber auch davon abhängig, wie schnell es einen exakten Überblick über die tatsächlichen Liefermengen und Liefertermine gebe.